Heute geht es um eine Urkunde, die auf den ersten Blick recht unauffällig aussieht. Doch die Buchstaben darauf geben Rätsel auf.

Das beliebte Web-Portal Reddit gehört nicht zu den Web-Seiten, die ich besonders oft ansteuere. Vielleicht sollte ich das ändern, denn anscheinend werden dort auch öfters kryptologische Probleme diskutiert. Über eines davon habe ich auf Klausis Krypto Kolumne im Mai 2015 berichtet.

Jetzt habe ich ein weiteres interessantes kryptologisches Rätsel auf Reddit entdeckt. Es handelt sich um ein verschlüsseltes Dokument, das nach einer (recht schlicht gestalteten) Urkunde aussieht.

Seal-Cryptogram

Leider ist über die Herkunft dieses Dokument nichts bekannt (ich werde es im Folgenden “Siegel-Kryptogramm” nennen). Laut dem besagtem Reddit-Post hat es jemand in der Wand seines Hauses gefunden. Leider ist das Bild nicht optimal. Hier gibt es eine Abschrift.

Die Buchstaben des Siegel-Kryptogramms sagen mir nichts. Für eine normale Schrift sehen sie meines Erachtens zu verschnörkelt aus. Ich tippe daher auf eine erfundene Schrift, also auf eine Geheimschrift. Leider ist der Text recht kurz, und die Stempel sind nicht lesbar.

Die gesamte Urkunde inklusive Siegel wirkt eher billig. Vermutlich ist sie nicht mehr als ein paar Jahrzehnte alt. Ich habe bisher nichts Vergleichbares gesehen.

Zu dem Reddit-Post (er ist zwei Jahre alt) sind inzwischen über 200 Kommentare eingegangen. Soweit ich sehe, ist jedoch keine brauchbare Lösung dabei. Findet ein Leser mehr heraus?

Zum WeiterlesenAus dem 18. Jahrhundert: Ein verschlüsseltes Buch mit dreieckigen Seiten

Kommentare (9)

  1. #1 Richard SantaColoma
    http://proto57.wordpress.com/
    24. September 2015

    It looks inspired by the Masonic, or pigpen ciphers. Not that that is any help, but perhaps the use or origin of this is related.

    As for the lines to the right of the lower right initials, if they are Morse Code, it reads TMNDT from top to bottom, not that that really helps, either.

    But as a pure guess, the “C” with the dot, used at the beginning, and also in the seal, may be an “A”. It could be an “I”, too, if this is a declaration of intent, or loyalty. But the fact that it is the letter of the seal may narrow down the group responsible.

    Then the double letter in the second word would probably be either “O’s” or “E’s”.

    Just musing… this and more have probably been covered, and/or thought of.

  2. #2 Max Baertl
    24. September 2015

    In der 3. Zeile steht Vermutlich der Name des Urkundenträgers. Ist der Name des Finders bekannt? Möglicherweise ist der Urkundenträger ein Vorfahre des Finders, und beide haben den gleichen Familiennamen.

    • #3 Klaus Schmeh
      25. September 2015

      Nein, der Name ist wohl nicht bekannt.

  3. #4 Merit-Seto
    25. September 2015

    Ich nehme an, dass der Teil unten rechts eine Datumsangabe ist und deshalb die vier Zeichen vor dem Doppelpunkt ein “Date” sind, was bestätigen würde, dass das erste große C-Symbol ein A ist.

    Ich hab außerdem die Theorie, dass es sich um eine selbst gebastelte Urkunde handelt, also etwas von einem Kind/Teenager. Aufgrund der sehr ordentlichen Schrift vermute ich, dass die Urkunde von einem Mädchen angefertigt wurde.
    Da die dritte Zeile wahrscheinlich einen Namen enthält, ist es gut möglich, dass in Zeile zwei ein einfaches “To” steht!?
    Also ein
    A irgendwas für irgendwas
    to
    Name

    Links unten schätze ich, dass da etwas steht wie “Signature”, das passt aber mit dem bisher geschlussfolgerten Ersetzungen von A und O nicht.
    (_ _ _ A _ _ O)

    Hat jemand eine Idee, was da stehen könnte?

  4. #5 Martin
    25. September 2015

    Auffällig sind die 2 Wörter nach Schema ABAB und CDCD in der dritten Zeile, so wie die Kombination von 4 auf einander folgenden 2 (bzw. 3) stelligen Wörtern am Ende der ersten und in der zweiten Zeile.

    Ich habe mal versucht auf Deutsch oder Englisch durch raten etwas zu erreichen, bin allerdings gescheitert. Vielleicht können erfahrene Codeknacker aus diesen Kombinationen etwas folgern.
    Hervorzuheben wäre noch dass das “C” und das “J” mit Abstand am häufigsten vorkommen und den Positionen im Text nach wohl Vokale sein dürften.

    Gerade dass das erste Symbol mit dem Symbol auf der “Münze”/Siegel übereinstimmt, finde ich interessant.

    • #6 Klaus Schmeh
      25. September 2015

      >Auffällig sind die 2 Wörter nach Schema ABAB und CDCD in der dritten Zeile
      Die Web-Seite http://tools.codepenguin.com liefert dafür: adad agag anan arar baba bibi bobo caca coco dada dodo eses eyey gaga gogo gugu hehe isis juju kaka kiki koko kuku lolo lulu mama mimi momo nana papa pipi rara ruru sasa sisi soso susu tete titi toto tutu wawa yaya

  5. #7 Merit-Seto
    25. September 2015

    @Martin: Die zwei Wörter sind mir auch aufgefallen… beim ersten der beiden kommt mit der C = a Theorie ein _a_a. könnte also vlt ein Mama/Papa/Nana sein!?
    Leider fallen mir keine Namen ein, die in dieses Schema passen.
    Kann es vlt auch sein, da wir nix über die Herkunft wissen, das Dokument auch in spanisch, deutsch, französisch oder was auch immer, verfasst ist?

  6. #8 IO
    28. September 2015

    Denkt man Konsonantenschriften
    https://de.wikipedia.org/wiki/Konsonantenschrift
    könnten die Punkte nicht Vokale darstellen?

    Können bestimmte Zeichen auch Trennzeichen sein?

  7. #9 Merit-Seto
    28. September 2015

    ich denke, wenn die Punkte Vokale wären, dann müssten sie doch an verschiedenen Zeichen auftauchen, sie tauchen aber immer nur in gleicher Anzahl und Position an den gleichen Symbolen auf.