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Der YOGTZE-Fall aus dem Jahr 1984 gibt bis heute Rätsel auf. Heute präsentiere ich meine Hypothese zum Thema.

Der YOGTZE-Fall ist zweifellos einer der rätselhaftesten Kriminalfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Zur Erinnerung: 1984 schrieb der von Verfolgungsängsten geplagte Lebensmitteltechniker Günther Stoll das Wort YOG’TZE auf einen Zettel.

YOGTZE-Lego-1

Kurz darauf wurde Stoll tödlich verletzt in seinem von der Straße abgekommenen Auto am Rande der Autobahn A45 aufgefunden. Er war unbekleidet (das Bild unten ist leider nicht korrekt, da es den Toten bekleidet und neben seinem Auto zeigt). Die Polizei stellte fest, dass er zuvor von einem anderen Auto überfahren und dann auf dem Beifahrersitz seines eigenen Wagens transportiert worden war.

YOGTZE-Lego-2

Der YOGTZE-Fall ist bis heute ungeklärt. Die Bedeutung von YOG’TZE ist unbekannt. Da es sich um eine Verschlüsselung handeln könnte, habe ich auf Klausis Krypto Kolumne mehrfach über diesen Fall berichtet (siehe zum Beispiel hier).

Momentan bereite ich meinen Vortrag für das nächste Cryptologic History Symposium vor. In diesem wird auch der rätselhafte YOGTZE-Fall eine Rolle spielen. Dabei habe ich mir den Filmbeitrag von Aktenzeichen XY ungelöst noch einmal angesehen und außerdem einige im Internet veröffentlichte Dinge dazu gelesen.

Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass Stoll ermordet wurde. Die Tatsache, dass der YOGTZE-Fall in Aktenzeichen XY ungelöst präsentiert wurde, legt dies nahe. Inzwischen halte ich aber einen Unfall für viel wahrscheinlicher. Meiner Meinung nach könnte sich die Sache wie folgt abgespielt haben:

  • Günther Stoll litt unter einer Psychose. Möglicherweise waren Drogen Schuld daran. Dass Stoll sich ständig verfolgt fühlte, lässt sich durch die Psychose leicht erklären.
  • Wie im Film zu sehen, wurde Stoll in seiner Stammkneipe kurz ohnmächtig. Auch das ist durch eine Psychose erklärbar.
  • Wie ebenfalls im Film zu sehen, suchte Stoll nachts um 1 Uhr eine ältere Frau auf, um mit ihr zu reden. Diese konnte ihn erst einmal beruhigen.
  • Anschließend fuhr Stoll mitten in der Nacht mit seinem Auto an einen Ort, der in der Nähe des späteren Fundorts lag. Zielloses Umherirren ist ein gängiges Verhalten für jemanden, der an einer Psychose leidet.
  • Irgendwo hielt Stoll an, zog sich nackt aus und lief umher. Auch dieses Ausziehen ist nicht ungewöhnlich bei einem solchen Krankheitsbild.
  • Während er umher lief, wurde Stoll von einem Auto erfasst. Vielleicht litt er an einer Wahnvorstellung und glaubte, vor das Auto spingen zu müssen oder es aufhalten zu können.
  • Der Fahrer des Unfallwagens versuchte, Stoll ins nächste Krankenhaus oder zu einem Arzt zu bringen. Da es damals noch keine Handys gab, mit denen man Hilfe hätte holen können, gab es zu einem solchen Verhalten kaum eine Alternative.
  • Der Fahrer des Unfallwagens nutzte zum Transport des Schwerverletzten nicht sein eigenes Auto, sondern Stolls VW Golf. Möglicherweise war sein eigenes Auto vom Zusammenprall beschädigt. Es ist auch denkbar, dass noch eine zweite Person im Unfallwagen saß, die nicht mit ins Krankenhaus fuhr und sich stattdessen um das abgestellte Auto kümmerte. Vielleicht war Stoll noch bei Bewusstsein und wies selbst darauf hin, dass sein Golf in der Nähe stand.
  • Auf dem Weg zum Krankenhaus verunglückte Stolls Auto. Dessen Fahrer bekam es nun mit der Angst zu tun (vermutlich war er an diesem zweiten Unfall schuld, und vielleicht war er alkoholisiert) und suchte das Weite.
  • Möglicherweise ist der geflüchtete Fahrer mit dem Anhalter identisch, der in dieser Nacht unweit von Stolls Fundorts gesehen wurde.

Dieser vermutete Tatablauf ist sicherlich nichts Neues und außerdem natürlich nur eine Hypothese. Er setzt außerdem voraus, dass der XY-Film die Begebenheiten korrekt wiedergibt (das ist keineswegs selbstverständlich, da die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen oft Dinge verschweigt oder falsch darstellt). Insgesamt erscheint mir ein Unfall jedenfalls deutlich wahrscheinlicher als ein Mord.

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Kommentare (51)

  1. #1 Svechak
    20. September 2015

    Diese Theorie gefällt mir. Vielleicht war man bisher zu sehr auf einen Mord fixiert, wie beispielsweise hier zu lesen: http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-siegen-kreuztal-netphen-hilchenbach-und-freudenberg/die-ermittlungen-vor-30-jahren-und-der-fall-bei-aktenzeichen-xy-page2-id9968703.html
    Unfälle passieren aber deutlich häufiger als Morde. Und wenn ein Unfall die Sache schlüssig erklärt, wird ein Mord recht unwahrscheinlich.

  2. #2 HF(de)
    20. September 2015

    @Svedchak: danke für den Link! ymmd mit dem hier:
    “Habe die Buchstaben von YOG’TZE mal in Zahlen umgeschrieben. Das würde 25 15 7 20 26 5 ergeben also 25.157 °N 20.265 °E. Und das wär dann im südöstlichen Teil von Libyen. Vielleicht waren ja die Libyer hinter ihm her” LOL

  3. #3 Weizsäcker
    Wiesbaden
    21. September 2015

    Hmm… interessanter Ansatz! Es genügt der Wissenschaft aber nicht, dass die Beobachtungen zur Hypothese passen. Es muss vielmehr nachgewiesen werden, dass sie – im Rahmen der Irrtumswahrscheinlichkeit – nicht zu einer anderen Hypothese passen.

  4. #4 Thorsten
    Köln
    21. September 2015

    Ich komme ursprünglich aus Haigerseelbach und war neun Jahre alt als das passierte.
    Ich denke, dass das größte Problem einer polizeilichen Aufklärung auf dem Land die Verschwiegenheit der Dorfbewohner ist. Im Dorf gab es eigentlich nur 2 mögliche Varianten die zur Ermordung geführt haben, allerdings wurde nie eine Variante in Betracht gezogen.
    Auch das man die Dame, welche bei der XY Ausstrahlung unter falschem Namen genannt wurde, als sehr religiös darstellte ist in dem Fall komplett bedeutungslos. Alle älteren Damen im Ort waren gleich (normal) religiös. Die genannte Dame war einfach nur sehr bekannt und hatte immer ein offenes Ohr für jeden.
    Haigerseelbach hat 1200 Einwohner. Die meisten Familien, wie auch Familie Stoll, leben seit x Generation dort. Jeder kennt jeden und jeder ist des anderen Teufel (sagt man so bei uns).
    Ich glaube, dass der Fall niemals aufgelöst wird, weil keine Informationen aus so einem Dorf nach außen dringen werden.
    Ist ähnlich gelagert wie der Fall des Brummimörders vor einigen Jahren.
    Er ist quasi mit mir und den anderen Kindern im Ort aufgewachsen. Alle kannten ihn und seine Familie. Als dann raus kam, dass er ein Seriemörder ist, wurde Haigerseelbach überflutet von den Medien. Alle kamen mit ihren Übertragungswagen um die Leute im Ort zu Interviewen, allerdings wurde daraus nichts, weil man die Presseleute aus allen Kneipen warf und auch auf der Straße gab niemand ein Interview, abgesehen von der Tante des Mörders und einer zugezogenen. Den Mörder wollte garantiert niemand schützen, im Gegenteil.

    Was in einem Dorf passiert bleibt auch dort.

  5. #5 Merit-Seto
    21. September 2015

    @Thorsten Jetzt muss ich kurz nachfragen: Wer ist ein Serienmörder? o_O

  6. #7 Merit-Seto
    22. September 2015

    @Thorsten
    Ah! Danke für den Link. ich kann das Dorf-Verhalten ein wenig nachvollziehen. Meine Eltern leben seit ein paar Jahren auf einem Dorf, das zur selben Gemeinde gehört, wie der Ort in dem die 17jährige Anneli vor ein paar Wochen entführt und ermordet wurde. Ihren Vater kennt dort auch jeder durch dessen Baufirma. Mit den Presseleuten, die das Dorf geflutet haben, hat auch niemand geredet. In diesem Sinne ein Hoch auf das Dorf. Gibt dank der Verschwiegenheit keine Schlagzeilen wie “Jetzt spricht ihr Bäcker: Diese Brötchen mochte sie.”

  7. […] Der YOG’TZE Fall ist schon alt, 1984 hinterließ ein Lebensmitteltechniker dieses kryptisch anmutende Wort, und kurz darauf wurde er tot aufgefunden. Klaus Schmeh hat eine Theorie. […]

  8. #9 Hardy
    27. September 2015

    @ Thorsten: “Im Dorf gab es eigentlich nur 2 mögliche Varianten die zur Ermordung geführt haben, ….”

    und die lauten?

    • #10 Klaus Schmeh
      27. September 2015

      Das würde mich natürlich auch interessieren.

  9. #11 Sejerlännr
    Köln
    28. September 2015

    Es gab doch auch die Theorie, dass Stoll gekündigt wurde, weil er herausfand, dass die Lebensmittelfirma, für die er arbeitete, verbotenerweise irgendein Pestizid in einem ihrer Produkte verarbeitete…

  10. #12 Maiglöckchen aus Essen und Freiberg
    Berlin
    13. November 2015

    Derartigen Verfolgungswahn hatte in Rottach-Egern eine
    Frau aus dem Allgäu die sich beobachtet und verfolgt fühlte
    und der keiner glaubte. Die lag dann tot – überfahren von
    einem PKW mitten in der Nacht auf Gehweg nicht weit
    lt. Polizei vor ihrer Haustüre. Der Tegernsee hat’s in sich.
    Eine weitere Frau Ch.Böhringer die sich ebenfalls verfolgt
    fühlte lag tot erschlagen in ihrer PenthausWohnung u.
    der Neffe ist der angebliche Mörder der verknackt wurde.
    Unserer Meinung nach ist da seit ca. 1970 ein FamilienClan
    hochaktiv die sich Urheberrechte,Bau/Grundstücke/Geschäfte/ wie auch immer
    sichern. Siehe das örtliche – Rottach – Egern – Pocking.

  11. #13 Maiglöckchen aus Essen und Freiberg
    13. November 2015

    Es gibt weitere Fälle bundesweit – da sind ein paar
    agressive kriminelle und deren Abkömmlinge hochaktiv.
    Ein Garchinger Unnternehmer der sich auch verfolgt fühlte
    lag mit Kopfschuß im Keller seines Bürohauses. Auch
    der soll krank gewesen sein. Wie schießt sich denn
    ein Linkshänder eine Kugel in den Kopf ? Wichtig wäre
    doch zu ermitteln ob der arbeitslose Lebensmittelchemiker
    an einem Patent dran war…..Laser-Schneidetechnik …YAG oder so….oder YOG Kette aus England. Spezialklebepaste..
    Lötpaste….Bau – Handwerk – Lebensmittel….An welchem
    Institut hatte der gearbeitet ? tze …. NBB. ? Weitere in der
    Gegend wo der herkommt war dort einer vom tze Landshut – NBB? Wissen ist Macht ! Wenn die den mit einem Laser-
    Point bearbeitet haben der geht durch alle Mauern dann
    fällt der vom Stuhl und wenn Sie die Augen treffen ist
    der blind ? So ekelt derzeit die Baubranche/Hausspekulanten
    Menschen aus den Wohnungen heraus. Die moderne Art der Vertreibung/Zersetzung eines Menschen. Glaube, Aberglaube und Wahn, nichts davon kann man juristisch beweisen. Hoffentlich wachen Behörden bald auf und sperren “Dreck” bald weg.

  12. #14 Maiglöckchen aus Essen und Freiberg
    13. November 2015

    Und in Großstäden wie München und Berlin tauchen die
    ab und haben den Sitz in England oder Slowakei oder
    Bratislava oder sonst wo. Chic sind ja die Start up Firmen
    und Beteiligungs AGs die dann nach 3 Monaten wieder
    zugesperrt werden und das eingesammelte Geld zur Anlage wird verballert. Siehe Schäfer Frankfurt…..Göttinger Gruppe usw….

  13. #15 HF(de)
    13. November 2015

    Damit wäre der Fall ja gelöst, vielen Dank, Maiglöckchen. Auch wenn noch eine Frage offen bleibt, die mich ebenfalls schon geraume Zeit beschäftigt: “Wie schießt sich denn
    ein Linkshänder eine Kugel in den Kopf ?” :-)

  14. #16 Myriam Sperisen
    New York
    12. Januar 2016

    Ja, perhaps. he went to “Papillon”. BUTTERFLY. Any conspiracy theories out there? I mean the man was out of control.

  15. #17 André
    28. Februar 2016

    Vertrete die gleiche Meinung wie der Autor. Kürzt man den Filmbeitrage in Aktenzeichen auf das Wesentliche so wird doch nach zwei Unfallflüchtigen gesucht. Wovon der erste Unfallverursacher völlig im dunklen bleibt. Wie auch der mögliche Tatort. Die Tatsache bleibt doch, dass Stoll von einem Fahrzeug überrollt wurde. Und durch den zweiten Unfall dürften keine tödlichen Verletzungen entstanden sein. Dafür soll dann das unsinnige Wort yogtze Licht ins dunkle bringen. Überhaupt lassen die Vorkommnisse in dieser Nacht eher auf einen psychisch gestörten Menschen schliessen. Unter so einem Titel sollt der Beitrag gesendet werden.

  16. #18 André
    29. Februar 2016

    Muss da doch noch etwas anfügen. Betreff dem Wort yog’tze. Ezt ist ungarisch in deutsch diese, goy ist hebräisch bedeutet Nichtjude. Goy ist auch als Namen möglich. Also dementsprechend diese Nichtjuden oder dieser Goy.

  17. #19 Mathias Karittke
    1. März 2016

    YOGTZE= ZYGOTE?
    Der Mann war Lebensmitteltechniker. Bin zwar kein Verschwörungstheoretiker, aber ist ja auch nur eine Idee.

  18. #20 André
    3. März 2016

    Natürlich sind da der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Und gibt noch so einige Zusammenstellungen. Genau darum ist es ein unsinniges Wort. Welches nichts mit den Geschehnissen zu tun hat. Wieso sich die Ermittler über die Auflösung diese Wortes einen Erfolg erhofften bleibt Wohl ihr Geheimnis. Aus juristischer Sicht ist der Fall kaum als Mord einzustufen. Vielmehr als Autounfall mit Todesfolge und Fahrerflucht.

  19. #21 Dearseall
    10. März 2016

    Die Theorie hat aber einen Haken:
    Der erste Unfall, bei dem Stoll überfahren wurde, wäre dann wohl auch unter Alkoholeinfluss geschehen. Warum sollte ich mich zuerst darum bemühen, das Unfallopfer ins Krankenhaus zu bringen, dann aber nach dem zweiten Unfall zu verschwinden – obwohl es ja DIE Gelegenheit wäre, die Obsorge des Unfallopfers an die Ersthelfer zu übergeben? Denn schließlich müsste es dem Unfallverursacher wichtig gewesen sein, dass das Unfallopfer versorgt wird. Warum rennt er dann plötzlich weg? Vor allem: Wenn es wirklich eine alkoholisierte Person wäre, müsste sie in ihrer Mobilität eingeschränkt sein.

  20. #22 André
    12. März 2016

    Warum soll ein Unfallverursacher sich bemühen einen schwerverletzten noch zu transportieren wenn er ihn töten wollte. Da erscheint die Logik, dass er das Unfallopfer gar nicht töten wollte sondern in ein Spital bringen wollte eher Sinnvoll. Natürlich ist es nicht auszuschliessen, dass es sich um Alkohol, Drogen, oder sonst gesuchte Personen mit Auto handeln könnte. Vermutlich haben sie daher auch den Wagen von Stoll benützt. Da ja davon ausgegangen werden muss, dass alles möglichst Anonym passieren sollte. Der Hacken liegt bei den polizeilichen Ermittlungen welche das erste Tatfahrzeug noch ein möglicher Unfallort nicht gefunden haben.

  21. #23 Marcophono
    London
    5. Mai 2016

    Ich “fürchte”, dass Du damit Recht haben könntest. Es würde dem Fall natürlich das Geheimnisvolle nehmen. Aber die von Dir aufgelisteten Teilereignisse und Gegebenheiten sind erheblich wahrscheinlicher als ein filmreifer Hintergrund.

  22. #24 Marcophono
    London
    5. Mai 2016

    Okay, will mir doch eine unorthodoxe Theorie nicht verkneifen: Er hatte kurz zuvor den Film “1984” im TV gesehen. Es ist zumindest sehr wahrscheinlich, dass dieser Klassiker auch im Titel-Jahr im TV gezeigt wurde. Er versuchte sich dann daran zu erinnern wie denn noch einmal der andere Film des Regisseurs Michael Anderson hieß, von dem er auch gehört hatte. Dann fiel es ihm wieder ein: Der “Yangtse-Zwischenfall”. Bevor er es wieder vergisst, notiert er sich “Yogtze” (statt “Yangtse”). Un der Rest… der könnte dann so gewesen sein wie Du schriebst. 😉

    (nicht ganz ernst gemeint – solche Querverbindungen findet man immer, wenn man sie nur sucht und finden will 😉

  23. #25 Dearseall
    Daheim
    5. Mai 2016

    Ich habe letztens die Buchstaben in Zahlen übersetzt und das Ergebnis als Koordinaten verwendet. Dabei bin ich genau auf ein Gebäude in Simbabwe gestoßen. Aber ich nehme mal an, dass die Polizei auch schon auf den Gedanken kam.

  24. #26 Bogo
    2. Juli 2016
    • #27 Klaus Schmeh
      2. Juli 2016

      Der Ansatz ist auf jeden Fall interessant. Hat man den Zettel bisher immer auf dem Kopf stehend gelesen?

  25. #28 Thomas
    2. Juli 2016

    Ist das denn der Originalzettel? Ein “Y” sehe ich da nicht.

  26. #29 Marc
    3. Juli 2016

    Das wäre albern, wenn die Polizei das nicht gesehen hätte.

  27. #30 Sejerlännr
    7. Juli 2016

    also ich meine mich erinnern zu können, dass stoll das wort direkt durchgestrichen hat, nachdem er es notierte.

  28. #31 Tutnichtszursache
    11. August 2016

    Juristisch gesehen, könnte nach o.g. Theorie ein Mord durch Unterlassen trotz alledem sehr wahrscheinlich sein. Das Anfahren des Opfers ist, auch wenn es den Erfolg durch sein Umherirren provoziert hat, als fahrlässige Körperverletzung zu werten, z.B. wenn der Fahrer nicht richtig aufgepasst hat, wenn er Alkohol konsumiert hat, sowieso. Wenn der Täter dann aus Angst, nicht erwischt zu werden, das Opfer an seinem Auto zurücklässt, so kommt zunächst ein Totschlag durch Unterlassen in Betracht. Der Täter hat nämlich aus vorangegangenem strafbaren Verhalten, nämlich der fahrlässige Körperverletzung, dafür zu sorgen, dass dem Opfer geholfen wird, was er aber gerade nicht getan, ergo unterlassen hat. Zum Mord wird die ganze Sache dann, wenn ein subjektives Mordmerkmal hinzukommt. Dies ist hier die Verdeckungsabsicht, da es dem Täter darauf ankam, eine andere Straftat, nämlich eine fahrlässige Körperverletzung, vielleicht aber auch eine Trunkenheitsfahrt zu verdecken.

    • #32 Klaus Schmeh
      11. August 2016

      Ich wusste nicht, dass es Mord durch Unterlassen gibt. Wieder was gelernt. Dann war es vielleicht doch ein Mord, wenn meine Hypothese stimmt.

  29. #33 Thomas
    11. August 2016

    Wer Fremdwörter mag: Das nennt man Ingerenz, https://de.wikipedia.org/wiki/Ingerenz

  30. #34 Buttermann
    Muc
    13. Dezember 2016

    Wenn der Zettel falsch herum gelesen wurde, könnte es auch die Zahl 321606 sein, vlt schnell notiert und Zahlen sehen aus wie Buchstaben…

  31. #35 Cabrio
    Koblenz
    3. März 2017

    Interessante These…………

    aber was ist mit dem Auto von dem Flüchtigen geschehen……….?

  32. #36 Klaus Schmeh
    3. März 2017

    @Cabrio:
    >aber was ist mit dem Auto von dem Flüchtigen
    >geschehen……….?
    Vielleicht war er mit einem Beifahrer unterwegs und dieser hat das Auto nach Hause gebracht.

  33. #37 Chri
    7. März 2017

    Gehen wir mal davon aus, er hat sich selbst entkleidet und wurde tatsächlich im Zuge eines Unfalls überfahren. Die 4 Unbekannten Täter sind also geflüchtet, zumindest einer davon mit dem Wagen, mit dem G.S. angefahren wurde.

    Dann fehlen mir aber immer noch ein paar Puzzleteile:

    > Warum wurde der Wagen 100 km vom letzten bekannten Aufenthaltsort entfernt gefunden? Wo hätte die Reise hingehen sollen? Krankenhäuser wären schon genügend auf der Strecke gelegen.
    > Warum konnten seine Kleider nie gefunden werden? Seine Schuhe waren im Wagen, warum hätte er den Rest an nicht dort ablegen sollen?
    > Warum lag der Schlüssel seines Autos auf der Hutablage nach dem Unfall?
    > Warum hätten Sie ihn überhaupt, und vor allem in seinem Auto mitnehmen, sollen? Die Täter mussten also wissen, das dies sein Auto ist. Sie hätten sonst nicht ahnen können, dass seine Schlüssel passen zum Beispiel.

    Unfall-These 1 – Sie wollten einfach helfen: Fällt flach, warum sind sie dann geflüchtet
    Unfall-These 2 – Sie wollten unerkannt bleiben, den Verletzten aber in ein Krankenhaus bringen (weil vl. alkoholisiert): Unwahrscheinlich, es wären schon viele Krankenhäuser auf der Strecke gelegen. Ein anonymer Anruf (z.B. von einem Notfalltelefon) hätte gereicht.
    Unfall-These 3 – Tja, das wär dann vielleicht des Rätsels Lösung 😉

    Bitte gerne um Feedback zu meinen Gedanken.

  34. #38 Klaus Schmeh
    8. März 2017

    @Chri:
    >Die 4 Unbekannten Täter
    Warum vier? Für meine Hypothese würde ein Fahrer (und evtl. ein Beifahrer) genügen.

    > Warum wurde der Wagen 100 km vom letzten
    > bekannten Aufenthaltsort entfernt gefunden?
    Weil er mit dem Auto ziellos umher geirrt ist. Zielloses Umherirren ist ein gängiges Verhalten für jemanden, der an einer Psychose leidet.

    >Krankenhäuser wären schon genügend auf
    >der Strecke gelegen.
    Man weiß nicht, wo Stoll überfahren wurde. Daher ist auch nicht klar, wo das nächste Krankenhaus war.

    > Warum konnten seine Kleider nie gefunden
    > werden?
    Weil man nicht weiß, wo Stoll überfahren wurde.

    > Warum lag der Schlüssel seines Autos auf der
    > Hutablage nach dem Unfall?
    Irgendetwas musste der Fahrer mit dem Schlüssel ja machen, bevor er abgehauen ist.

    > Warum hätten Sie ihn überhaupt mitnehmen sollen
    Um ihn ins Krankenhaus zu bringen.

    > und vor allem in seinem Auto mitnehmen, sollen?
    Es gibt viele mögliche Gründe dafür. Vielleicht war das Auto des Fahrers von Aufprall beschädigt (z. B. Lampe kaputt). Vielleicht wollte er die Sitze seines Autos nicht dreckig machen. Vielleicht war er im Moment das Aufpralls zu schnell unterwegs und befürchtete, dass man das am Schaden erkennen könnte. Vielleicht war das Auto zu klein (Sportwagen) oder vollgepackt. Vielleicht war es gar kein Auto, sondern ein Motorrad.

    >Die Täter mussten also wissen, das dies sein Auto
    > ist.
    Vielleicht stand das Auto neben dem verletzten Stoll. Vielleicht war Stoll noch bei Bewusstsein und wies darauf hin, dass sein Auto bereitstand.

    >warum sind sie dann geflüchtet
    Weil es einen zweiten Unfall (mit Stolls Auto) gegeben hat.

  35. #39 Chri
    8. März 2017

    Ich halte es einfach für mehr als unwahrscheinlich, dass jemand nach einem Unfall die Schlüssel abzieht und auf der Hutablage ablegt.

    Außerdem: Warum um alles in der Welt sollten Sie/Er/Der/Die Täter das Opfer ins Krankenhaus bringen? Warum nicht den Notruf wählen? Das hätte den 2. gravierenden Vorteil, dass Sie anonym bleiben könnten.

  36. #40 Charlotte Auer
    8. März 2017

    Ich kannte diesen Fall nur sehr oberflächlich aus den Medien und hatte mich nicht näher damit beschäftigt. Jetzt habe ich mir mal XY angesehen und ein wenig gegoogelt, und dabei ist mir – neben anderen Ungereimtheiten – aufgefallen, dass dieser Zettel mit der durchgestrichenen YOG’TZE -Notiz ja gar nicht existiert, weil er von der Ehefrau angeblich noch in der Todesnacht ihres Mannes weggeworfen wurde.

    Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann handelt es sich bei dieser Buchstabenfolge lediglich um die nicht mehr nachprüfbare Erinnerung der Ehefrau. Was nebenbei auch bedeutet, dass der im Internet abgebildete Schriftzug, egal ob richtig oder auf dem Kopf stehend, keinesfalls das Original sein kann, zumal das ja auch durchgestrichen gewesen sein soll. Kurzum: es gibt überhaupt keinen physischen Beweis für diese Notiz und damit auch keinen Handschriftenvergleich, der leicht möglich gewesen wäre. YOG’TZE entspringt also lediglich der Erinnerung einer geschockten Ehefrau und ist damit nicht verifizierbar. Es könnte von Yoghurt bis Yakuza alles mögliche auf dem Zettel gestanden haben.

    An einen Unfall glaube ich allerdings auch nicht. Eine Verkettung zufälliger Ereignisse auf dem Hintergrund der scheinbar irrationalen Handlungen des Opfers mag ja bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar und auflösbar sein, aber in diesem Fall wären das ein paar wirklich haarsträubende Zufälle zuviel. Nicht jeder “Verfolgungswahn” ist psychotischer Natur und wer weiß, in welches Wespennest dieser Mann gestochen hatte.

  37. #41 Klaus Schmeh
    8. März 2017

    @Chri:
    >Ich halte es einfach für mehr als unwahrscheinlich,
    >dass jemand nach einem Unfall die Schlüssel
    >abzieht und auf der Hutablage ablegt.
    Warum? Dass der Fahrer den Motor nach dem Unfall abgestellt und dann den Schlüssel in der Hand gehalten hat, ist doch denkbar. Vielleicht hat er ihn dann einfach nach hinten geschmissen und ist abgehauen.

    >Warum um alles in der Welt sollten Sie/Er/Der/Die
    >Täter das Opfer ins Krankenhaus bringen? Warum
    >nicht den Notruf wählen?
    Das war nicht so einfach. Handys gab es damals noch nicht, und eine Notrufsäule steht nicht an jeder Ecke. Den Verletzten ins Auto zu packen und ihn ins Krankenhaus zu bringen, war sicherlich nicht abwegig.

  38. #42 Chri
    9. März 2017

    Wie Charlotte Auer schon angemerkt hat, das wäre eine unglaubliche Aneinanderreihung von Zufällen.

    Habe auch gelesen, dass der Zettel eigentlich nur in den Erzählungen seiner Frau existiert und außerdem GS sofort wieder durchstrich was er da niederschrieb. Somit ist es vermutlich vergebene Liebesmühe dieser Spur nachzugehen.

    Um wirklich zielführend ermitteln zu können, müsste man viel mehr über die Vorgeschichte des Opfers wissen.
    Wer waren seine Freunde/Feinde? Woher rührte der Verfolgungswahn? Was war das ausschlaggebende Ereignis? Seine letzte Arbeitsstätte inkl. Kollegen usw. müsste man auch durchleuchten.

    Die Polizei hat das vermutlich gemacht (hoffe ich), es wäre sehr interessant, was dabei vielleicht aufgefallen ist.

  39. #43 Tobias Piechowiak
    Kopenhagen
    30. März 2017

    Hallo,

    diese Theorie trifft, meiner Meinung nach, den Nagel auf den Kopf. Auch ist seine (laengere-) Arbeitslosigkeit, meiner Meinung nach, ein starkes Indiz fuer eine Krankheit (Psychose?). In den 80’ern vielleicht sogar noch mehr mehr als heute.
    Warum sollte ein Moerder sein Opfer auch nackt am Tatort/Fundort hinterlassen. Der einzige Grund, der mir dazu einfaellt, waere, dass man die Identifizierung erschweren will. Dann haette man aber auch versucht, andere Merkmale zu aendern…

    Der “Gaensefuss” im ausdruck YOG’TZE koennte auch auf einen Spitznamen hinweisen…

  40. #44 Thomas E.
    12. April 2017

    Ich habe vor einer Stunde von diesem YOG`TZE-Fall gehört und gleich nachforschungen im Internet betrieben und mir Gedanken dazu gemacht. Dadurch bin ich auch auf diese Seite gekommen. Ich möchte dringlichst darauf hinweisen, dass ich mich nicht sehr lange damit auseinandergesetzt habe und es evtl. unlogisch sein könnte, da ich mich nicht reingesteigert habe. Ich bin aber zur folgenden Hypothese gekommen:
    Es war Mord. Es wurde ja immer wieder hingewiesen, er habe Bekanntschaften aus dem Drogenmilieu. Zudem wird, so wie ich es verstanden habe, in Aktenzeichen XY darauf hingewiesen, dass er Lebensmitteltechniker war und anscheinend nun Arbeitslos ist. Deshalb denke ich mal, er ist in diese Szene abgerutscht um trotzdem noch Geld zu verdienen. Zu diesem YOG`TZE wurde ja auch noch darauf hingewiesen, dass es evtl. eine 6 gewesen sein könnte und man das nicht richtig deuten konnte. Er hatte wohl eine Drogenlieferung auszuliefern oder hatte es vermasselt und die Buchstaben YO war entweder der Name eines Dealers oder einer Bar oder so (Natürlich verschlüsselt, sodass nur Beteiligte Personen damit was anfangen konnten) und es war kein G sondern eine 6 und zudem wird ja der Strich (`) in den meisten Quellen mitangegeben, was dann die Uhrzeit sein könnte und die letzten Kürzel TZE der Kürzel einer Stadt (auch verschlüsselt) oder so sein könnten (FRA für Frankfurt oder so). Er wusste wohl am Abend, als er diese Buchstaben aufschrieb, von einer Drogenlieferung und entweder wollte er diese Verhindern oder sonst was machen. Er Notierte sich diese Buchstaben, die er noch aus seinem Gedächtnis wusste und hatte sie wohl entschlüsselt, weshalb er einen Ausruf machte und sie notierte und dann wieder durchstreichte. Er war ganz schön nervös, weil er wahrscheinlich von der Gefahr wusste und wollte ein Bier zur Beruhigung trinken. Da er aber zuvor einen Puls von 180 hatte und nun sich hinsetzte, floss das Blut wieder aus seinem Kopf, das Adrenalin war abgebaut, und floss wie in einem Schockzustand in seine Beine. Deshalb fiel er vom Stuhl. Er kam dann wieder zu sich und war selbst ganz verwirrt darüber und wunderte, weil er umgefallen war. Er hatte sich dabei ja verletzt und entschloss sich wohl noch einmal darüber nachzudenken. Wahrscheinlich wollte er es in der Bar machen, aber dadurch dass er Ohnmächtig wurde, zudem noch blutete, konnte er sich wahrscheinlich nicht mehr richtig Konzentrieren, vorallem würden ihn dann alle anstarren und fragen, was losgewesen war. Er fuhr deshalb mit seinem Auto davon und überlegte, was er in dieser Situation nun machen sollte. In diesen 2 Stunden fuhr er entweder sinnlos durch die Gegend oder wartete auf einem Parkplatz. Dann beschloss er es mit einer Aussenstehenden, aber dennoch vertrauten Person zu besprechen und fuhr deshalb zu dieser streng religiösen Dame und wollte da wohl um Rat fragen. Diese wollte ihn aber nicht reinlassen und er wollte auch nicht zu seinen Eltern, weil er wohl dachte die würden sich sonst zu Große sorgen machen. Er fuhr wohl an den Ort, den er zuvor herausgefunden hatte und traf wohl dort auf die Drogendealer oder so. Die Uhrzeit 6Uhr kann darauf hinweisen, dass er den noch nicht ausgeführten Deal störte. Dieser wurde wahrscheinlich noch vorbereitet. Ich kenne zwar die Methoden von Gangstern nicht, aber ich würde mal behaupten, man kann Dinge Besser bei Helligkeit schmuggeln als mitten in der Nacht. Zwar sind Nachts nicht so viele Leute wach, aber am Tag, besonders zu den haupt-verkehrszeiten würde es wenig Sinn ergeben, Autos zu kontrollieren.
    Diese fuhren wahrscheinlich mit dem Auto über ihn, da er zuviel wusste und eine Gefahr für die Operation darstellte. Sie zogen ihn aus, um eine spätere Identifikation zu erschweren. Wahrscheinlich waren reifenspuren auf der Kleidung oder sogar Fingerabdrücke mit Öl oder so. Deshalb zog man die Kleidung aus, setzte ihn in das Auto auf den Beifahrersitz, um ihn dann hundert Kilometer weiter einfach aus dem Auto in den Wald zu werfen. Einfach Türe auf und raus mit ihm. Das Auto wird dann entweder weiter benutzt, verkauft oder einfach in nem See versenkt. Soweit kam es aber nicht. Er fuhr wahrscheinlich zu schnell, um den Job schnell zu erledigen, und baute dann einen Unfall. Er Stieg aus und bekundete kurz das Auto, bevor er von den LKW-Fahrern gestört wurde und dann das weite suchte. Die anderen Insassen habe ich vergessen zu bedenken. Da es nur ein 3-Türer war, müssen die alle über den Fahrersitz entkommen sein (Hierbei könnte man eine neue Hypothese aufstellen, in der man meint, er wurde von Jugendlichen überfahren, die ihn dann versucht haben zu retten. Aber dann ist immer noch die frage, was die Buchstaben bedeuten). Was er genau gesagt haben könnte lässt sich ja nicht mehr feststellen, aber wenn er wirklich das 1:1 gesagt hat, was Aktenzeichen XY berichtet, dann muss er wohl erfahren haben, dass die Insassen Freunde waren. aber nicht seine.

    Ich denke, es muss ja Mord oder zumindest Körperverletzung mit Todesfolge gewesen sein, egal wie es zustande gekommen ist. Diese Geschichte ist mir jetzt innerhalb von 10min eingefallen und will erneut betonen, ich habe mich nicht groß mit der Geschichte auseinander gesetzt. Soweit so gut. Ich will aber AUF KEINEN FALL deine Hypothese zerstören oder so. Ich wollte nur auf diese Version darauf aufmerksam machen. Ich wollte nur der Geschichte neuen Schwung geben. Ich finde deine Theorie aber auch sehr interessant und ganz ehrlich: deine Geschichte ergibt mehr Sinn als meine.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Und viel Erfolg bei der Auflösung dieses Falls. :)

  41. #45 Klaus Schmeh
    12. April 2017

    @Thomas E.:
    Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich befürchte, wir werden nie erfahren, wie es wirklich war.

  42. #46 Nils Berger
    Germany
    3. Juni 2017

    Obwohl ich seit 40 Jahren in der Region lebe, habe ich gestern erstmals von diesem Fall gehört.
    Viele der Ungereimtheiten werden aus den Umständen der Zeit resultieren. Psychische Erkrankungen waren gesellschaftlich tabuisiert, undenkbar, dass man sich damals nüchtern mit den Symptomen einer Erkrankung auseinander gesetzt hätte und dann versucht hätte, dem Betroffenen zu helfen.
    Stattdessen Tabu. “Lass den mal, der ist etwas komisch im Moment.”
    Nicht unerheblich auch ein Punkt, den ein anderer Kommentator erwähnte: Die spezielle Sozialstruktur und ihre Regeln in (sauerländischen?) Dörfern.
    Was im Dorf ist, bleibt dort, sicher..
    Aber auch ständiges gegeseitiges Beäugen, was der andere macht, was er hat. Und bloss nicht drüber reden.
    Wie, der ist noch nicht verheiratet? Keine Arbeit, immer noch nicht?

    Die Lösung kann man hier in dem Rahmen wohl kaum erschliessen, in der Realität aber auch nicht, denn viele Betroffenen werden nicht mehr leben, oder werden schlicht kein Interesse haben, an dem Alten zu rühren und unnötige Geister zu wecken.
    Die Kripo hat in dem TV-Beitrag wesentliche Details aus dem Umfeld ausgespart, etwa das beruflche Umfeld.
    Das Sauerland ist stark agrarisch geprägt, damals noch viel mehr als heute, dh. die Landwirtschaft und das Streben nach Subventionen waren auch damals schon gegeben.
    In diesem Kontext fallen mir nur Volksweisheiten, Begriffe wie Bauernschläue, oder “Der dümmste Bauer hat..”, die sicher platt sind, mir jedoch im Kontext der dort umtriebigen Landwirte einfallen.
    Kein Sauerländer soll sich auf den Schlips getreten fühlen, ich habe schlicht als Zugezogener einige Jahre in der Gegend verbracht. Und man bleibt im Grunde sein Leben lang Zugezogener.
    Der Fall wird sich im Ergebnis als Verkettung der o.g. Umstände erklären lassen, eine psychische Erkrankung, zB eine akute paranoide Schizophrenie, in Verbindung mit den regionalen Eigenheiten der Menschen, etwa nach dem das Opfer sich im Wahn nackt auf die Straße gelegt hatte.
    Wünschen wir seiner Seele wie auch seinen Angehörigen endlich Frieden. Wie auch den möglichen anderen Beteiligten.

  43. #47 Nils Berger
    3. Juni 2017

    Um den Faden noch fortzuführen: ich halte es recht wahrscheinlich ,dass er als Lebensmittelchemiker im Agrarbereich, etwa einer Molkerei tätig war, und dort im Rahmen seiner früheren beruflichen Tätigkeit Mitwisser von Aktionen im legalen Graubereich wurde.
    Dies heisst nicht, dass man ihn dann nach dem Leben getrachtet hätte, wie beschrieben wird dies in dem beschriebenen Umfeld über soziale Ausgrenzung gelaufen sein und könnte als druckerzeugender Hintergrund zu einer psychischen Ausnahmesituation geführt haben.

  44. #48 Nils Berger
    3. Juni 2017

    Es geht nun endgültig in die Spekulation, ich weiss.
    Aber wenn der (zufällige?) Unfallverursacher und das Opfer aus dem dörlichen Kontext kannten? Dann wusste dieser um dessen Wagen und hätte auch Interesse gehabt, Stichwort soziale Kontrolle, die Tat zu vertuschen, wie zugleich sich verpflichtet gefühlt, dem Opfer zu helfen.
    In Zeiten ohne Handy blieb da nur die Flucht in eine andere Region mit dem Golf wie auch das Vortäuschen eines Unfalls , um ein Auffinden des Opfers zu gewährleisten.

    Wie gesagt, es ist Spekulation. Der Fall beschäftigt, und im Ergebnis dient es ja doch nur einem Ziel:
    Dem Opfer seinen Frieden zu ermöglichen, wie auch seinen Angehörigen, und auch allen anderen Beteiligten.

  45. #49 Magulwes
    4. Juni 2017

    @ Nils Berger
    “Die spezielle Sozialstruktur und ihre Regeln in (sauerländischen?) Dörfern.”

    Das ganze spielte sich im Siegerland ab, nicht im Sauerland. Komme aus der Gegend und die Mentalität der Leute dort war mit der Hauptgrund warum ich vom Land in die Stadt gezogen bin. Obwohl ich die Natur dort liebe.

  46. #50 Nils Berger
    4. Juni 2017

    @Magulwes

    Ja, tut mir leid. Das ist mir später auch aufgefallen.

  47. #51 61115
    12. Juni 2017

    Ich war damals mit zweien der Täter befreundet, oder besser gesagt, ich habe sie gut gekannt. Einer der beiden lebt noch. Die Hintergründe des Falles sind mir bekannt und sind bereits weitergegeben worden. Der Fall ist praktisch aufgeklärt und die Öffentlichkeit wird in absehbarer Zeit informiert werden.