Dass Prognosen schwierig sind, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen, ist ein bekannter Kalauer. Die Delta-Variante ist ein Lehrbeispiel dazu. In Deutschland steigen die Zahlen jetzt rasant, das RKI spricht bereits von der vierten Welle.

Derzeit sind knapp 60 % der Bevölkerung vollständig geimpft. Das ist ein Erfolg. Aber allein mit dem Impfen würde auch rein rechnerisch keine Herdenimmunität zu erreichen sein, die Frage einmal beiseite gelassen, was „Herdenimmunität“ im konkreten Fall bedeutet, da die bisher verfügbaren Impfungen ja nicht zu einer sterilen Immunität führen.

Die Delta-Variante verursacht inzwischen fast alle Infektionen in Deutschland. Ihre Basisreproduktionszahl R(o) wird auf 6-7 geschätzt. Damit ergäbe sich eine Herdenimmunitätsschwelle H von 1-1/R(o) von 83 % bis 86 %. Geht man anhand der Daten des RKI im Wochenbericht vom 19.8.2021 von einer Impfeffektivität E von ca. 90 % aus, müsste man eine Impfquote H/E, also 93 % bis 95 %, erreichen, um die Bevölkerung durch Impfungen zu schützen. Das ist auch mit den Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren nicht zu erreichen.

Aber mit etwas Glück könnte die vierte Welle trotzdem glimpflich verlaufen. Vor allem die älteren, vulnerablen Gruppen sind inzwischen leidlich gut durchgeimpft, ein gewisser Teil der Bevölkerung ist durch die Infektion immunisiert, manche haben vielleicht auch von Haus aus eine Rossnatur und hinzu kommt, dass die effektive Reproduktionszahl des Virus auch dadurch gesenkt wird, dass an vielen Orten Hygienekonzepte umgesetzt werden und viele Menschen sich nach wie vor vorsichtig verhalten. Auf der anderen Seite muss man davon ausgehen, dass es immer noch hunderttausende Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf gibt, die nicht immunisiert sind und dass viele Infektionen unter Menschen mit individuell niedrigem Risiko auch zu einer erheblichen Zahl schwerer Verläufe führen würden. Kann man sich also auf dieses „mit etwas Glück“ verlassen?

Nehmen wir die Entwicklung in Großbritannien noch einmal als Blick in eine mögliche Zukunft. In Großbritannien war von Anfang Juni bis Mitte Juli die Zahl der Infektionen stark angestiegen, dann ist sie ebenso schnell wieder zurückgegangen, was Hoffnungen auf ein Ausbremsen des Infektionsgeschehens durch die erreichte Immunität und die von vielen Menschen trotz des „freedom days“ noch eingehaltenen Vorsichtsmaßnahmen gemacht hat. Dummerweise ist der Rückgang der Fälle in Großbritannien seit Anfang August vorbei und die Zahlen nehmen wieder zu. Inzwischen sind es täglich wieder ca. 30.000 neue Fälle. Die Daten von OurWorldinData:

Die Sterbefälle sind zwar seit Juli auch angestiegen, aber bei weitem nicht so dramatisch wie früher:

Also doch mit etwas Glück ….? Oder lieber doch vorsichtig sowohl mit den Prognosen als auch beim Verhalten?

Kommentare (57)

  1. #1 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    20. August 2021

    In England sterben nun mehr Geimpfte als Ungeimpfte bei Delta, obwohl mehr Fälle bei Ungeimpften als bei Geimpften auftauchen. Siehe Seite 18 hier:

    https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1009243/Technical_Briefing_20.pdf

    In dem Punkt scheint die Impfung nun kontraproduktiv zu wirken. Es besteht der Verdacht auf ADE:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Infektionsverst%C3%A4rkende_Antik%C3%B6rper

    • #2 Joseph Kuhn
      20. August 2021

      @ Volker Birk:

      “In England sterben nun mehr Geimpfte als Ungeimpfte bei Delta”

      Inzwischen ist in den Daten immerhin eine grobe Altersgliederung mit unter und mehr als 50 Jahren. Vielleicht können Sie sich damit die Erklärung selbst zusammenreimen. Die Sache wird übrigens mit steigender Impfquote immer “schlimmer”: Wenn alle geimpft sind, werden nur noch Geimpfte sterben, selbst bei den Jüngeren. Ansonsten: [13,14]

      “Es besteht der Verdacht auf ADE”

      Nein. Es besteht Verdacht auf statistische Inkompetenz in Kombination mit dem Versuch der Desinformation durch Herrn Birk. Es gibt bisher keine Hinweise auf ADE bei Impfungen gegen Covid-19.

  2. #3 Herr Senf
    weit weg
    20. August 2021

    Fußball hat alles versaut – heute bei t-online:
    “… zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli
    sollen 2.295 der Anwesenden in und um das Stadion höchstwahrscheinlich
    infektiös gewesen sein. 3404 weitere Menschen sollen sich infiziert haben.”

  3. #4 PDP10
    20. August 2021

    @Volker Birk:

    In England sterben nun mehr Geimpfte als Ungeimpfte bei Delta, obwohl mehr Fälle bei Ungeimpften als bei Geimpften auftauchen. Siehe Seite 18 hier

    Diese Schlussfolgerung mag bei Betrachtung der absoluten Zahlen zwar richtig sein.

    Wenn man die ganze Tabelle (und nicht nur die letzten Zeilen) betrachtet und dabei im Hinterkopf behält, dass auch in GB vor allem die Risikogruppen als erste geimpft wurden (Alte, Menschen mit Vorerkrankung und geschwächtem Immunsystem etc.) – dann nicht.

    In dem Punkt scheint die Impfung nun kontraproduktiv zu wirken. Es besteht der Verdacht auf ADE:

    Oh, entschuldigung. Ich wusste ja nicht, dass du Virologe und Epidemiologe bist und das einfach so aus den Daten aus der Tabelle schlussfolgern kannst! Wow!
    Ich bin beeindruckt.

    Du kannst uns informationshalber sicher auch vorrechnen, wie die Daten in der Tabelle (Hospitalisierung, Aufnahmen auf die Intensivstation, Todesfälle) aussehen würden, wenn niemand geimpft gewesen wäre?

  4. #5 Prof. Ratsam
    21. August 2021

    Ich teile ja viele Analysen in ihrem Blog.

    Hier kann ich sie aber nicht so ganz nachvollziehen bzw. was ist die Aussage des Post? Müssen wir Angst vor der vierten Welle haben oder für Glück beten?!

    Nach DIVI-Register waren an keinem Tag mehr als 25% der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, im Schnitt über die 18 Monate sogar weniger als 5%, ich bezweifle wir könnten jetzt überhaupt auf 10% kommen, selbst wenn alle keine Masken mehr tragen.

    Da viele jetzt 2x geimpft sind und immer noch tapfer die Maske tragen. allerdings die Inzidenzen in UK und Israel wieder hochgehen, lässt für Sie welche Schlussfolgerung zu? Die Impfung ist keine wirkliche da keine sterie Immunität wie sie schreiben (ist es dann eine?), oder das Masken tragen bringt nix? Kann man das statistisch herleiten? Dafür würde ich einen Nobelpreis vergeben, ob Impfungen oder Masken die Waffe sind. Oder vielleicht Medikamente wie Ivermectin die in Indien Delta zum implodieren gebracht haben. Da es nach wie vor keine Grippe-Fälle mehr gibt, schlussfolgere ich die Maske funktioniert aber Impfung nicht!? Das wär allerdings ein teurer Irrtum. Die Masken kosten uns zwar auch Milliarden, aber eine Impfung die keine ist wäre ja gemeingefährlich v.a. für Kinder.

    Hoffe Sie bringen da Sonne in meinen Nebel

    @Herrn Birk: Warum schüren sie unnötige unbelegte Panik mit ADE? Schonmal von Nocebo-Effekt gehört? Es zwingt sie ja keiner sich impfen zu lassen?!

    @PDP10: die gleichen Fragen könnten sie allerdings auch Herrn Lauterbach stellen, der bei Maischberger zugab, jede Studie die ihm in den Kram passt hinauszuposaunen, bevor er vielleicht mal abwartet wie eine Studie von der Community aufgenommen und bewertet wird, was wissenschaftlicher Usus wäre. Ähnlich verfährt Herr Birk mit ADE, nix genaues weiß man nicht, also einfach mal die K……

    • #6 Joseph Kuhn
      21. August 2021

      @ Prof. Ratsam:

      “Medikamente wie Ivermectin die in Indien Delta zum implodieren gebracht haben”

      Die Wirksamkeit des Medikaments gegen Covid-19 wird untersucht. Dass es in Indien “Delta zum implodieren” gebracht habe, wird m.W. nur in den einschlägig uninformierten Foren kolportiert. Falls Sie dazu gute epidemiologische Studien kennen: Bitte verlinken.

      “Die Impfung ist keine wirkliche da keine steri(l)e Immunität wie sie schreiben (ist es dann eine?)”

      Der Nutzen einer Impfung hat verschiedene Aspekte. Die Corona-Impfungen wirken gegen schwere Verläufe und Tod. Das ist das Wichtigste. Sie reduzieren zudem die Transmission, tun das aber nicht zuverlässig. Auch manche andere Impfungen führen nicht zu einer sterilen Immunität.

      “eine Impfung die keine ist wäre ja gemeingefährlich v.a. für Kinder”

      Ob sie “gemeingefährlich” wäre, weiß ich nicht, sie wäre nutzlos. Aber das ist sie nicht. Offen war für die STIKO bislang nur, ob das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei Kindern günstig genug für eine allgemeine Empfehlung ist. Die STIKO hat sich jetzt dafür entschieden.

      “Hier kann ich sie aber nicht so ganz nachvollziehen bzw. was ist die Aussage des Post?”

      Dass der Verlauf der Epidemie (Infektionen, Hospitalisationen, Sterbefälle usw.) immer für eine Überraschung gut war und es nicht einfach ist, zu prognostizieren, wie es kommt. Modelle machen Vorhersagen auf der Basis von Annahmen, sie liefern mögliche Szenarios und können in dieser Form auch die Politik informieren, aber Annahmen bleiben Annahmen.

  5. #7 RPGNo1
    21. August 2021

    In England sterben nun mehr Geimpfte als Ungeimpfte bei Delta, obwohl mehr Fälle bei Ungeimpften als bei Geimpften auftauchen.

    Volker Birk will sich als “Aufklärer” produzieren und beghet die gleichen Denkfehler wie Leerdenker und VTler. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/israel-die-irrefuehrende-statistik-der-geimpften-krankenhauspatienten-a-f5ef9929-b187-4fd5-952d-f3df354f696a

    In dem Punkt scheint die Impfung nun kontraproduktiv zu wirken. Es besteht der Verdacht auf ADE:

    Schon schade, wenn man weder recherchieren noch lesen kann.

    Bislang gibt es weder im Tiermodell einer SARS-CoV-2-Infektion, noch bei COVID-19-Genesenen oder SARS-CoV-2-Infizierten Hinweise auf das Vorkommen einer ADE-verursachten Infektionsverstärkung.

    https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/DE/coronavirus/coronavirus-infektionsverstaerkende-antikoerper-ade.html

  6. #8 ajki
    21. August 2021

    Ich finde nicht, dass man von irgendeinem “Glück”, “Pech” oder sonstwas als Ausblick auf die nähere Zukunft sprechen kann oder sollte.

    Es *gibt* einen Riesenunterschied zum Beginn der Pandemie am Beginn des letzten Jahres und das ist die etwas mehr oder etwas weniger erfolgreiche weltweite Impfkampagne – im Unterschied zu 2020 ist nun das verdammte Virus eben NICHT mehr unbekannt. Sehr viele Menschenkörper, vor allem die besonders vulnerablen, kennen nun die Corona-Marker und haben zumindest eine Abwehrmöglichkeit. Das wird ganz sicher helfen bei der Bekämpfung anlässlich Neuinfektionen.

    Es ist nun so, dass man von COVID-19 (in allen Varianten) als einem Virus sprechen darf, der den Körpern und Immunsystemen vielfach, oft sogar überwiegend, “bekannt” ist. Das ist auf jeden Fall eine Riesenfortschritt.

  7. #9 Staphylococcus rex
    21. August 2021

    Das Zauberwort heißt Kopplung bzw. Entkopplung. In den beiden ersten Wellen konnte man anhand der Inzidenz relativ gut abschätzen, wie viele Patienten mit 1-2 Wochen Verzug hospitalisiert werden und wie viele Patienten nach einer weiteren Woche auf die ITS kommen. Durch die Impfung werden diese drei Parameter entkoppelt, schon in der dritten Welle war bei uns der relative Anteil der Ü80 an den ITS-Patienten deutlich gesunken.

    Die große Krux dabei ist, die vierte Welle ist anders und es gibt zwei gegenläufige Entwicklungen, die eine Vorhersage sehr erschweren. Einerseits verhindert eine Impfung ca. 2/3 der Infektionen und sehr effektiv Hospitalisierung und Tod. Andererseits ist der R0-Wert mit der 3. Und 4. Welle deutlich angestiegen und wir haben erhebliche Impflücken gerade auch in der jüngeren Bevölkerung. Ich denke, wir werden in unserer mittlerweile dritten Covid-Saison eine Wintersaison mit Hygienekonzepten aber ohne Lockdown erleben, und dies bedeutet hohe Inzidenzen in einer teilimmunen Bevölkerung.

    Wenn wir sehr hohe Inzidenzen haben, dann haben wir auch bei einer weitgehenden Entkopplung immer noch bedenkliche Absolutzahlen an Hospitalisierungen und auch Todesfällen. Und wenn zunehmend junge Menschen betroffen sind, dann ist auch der Verlust an Lebensjahren (QALY) relevant. Die Besonderheit der vierten Welle wird wahrscheinlich darin bestehen, dass fast jeder Einwohner Kontakt zu Covid haben wird und das persönliche Risiko in erster Linie durch die Impfung definiert wird. Wenn dieser Gedanke zu Ende gedacht wird, dann ist die britische Taktik ggf. sogar etwas vorteilhafter. Wenn man vorhat, eine Epidemie kontrolliert durchlaufen zu lassen, dann besser im Sommer als im Winter. Im Winter hat man durch die höhere Infektionsdosis in geschlossenen Räumen und durch den Vitamin-D-Mangel im Spätwinter ein höheres zusätzliches Risiko für schwere Verläufe.

    Der entscheidende Faktor ist die Auslastung der Krankenhäuser und ITS. Und hier zählen nicht unbedingt die bundesweiten Durchschnittszahlen wie sie von Prof. Ratsam #5 in bewährter Leerdenkermanier präsentiert werden, sondern die lokalen bzw. regionalen Zahlen. Verlegungen weiter als 50 km sind in Epidemiezeiten eine logistische Herausforderung und damit die Ausnahme. Eine lokale ITS-Belegung mit Covid größer 25% führt zu schweren Beeinträchtigungen des Routineablaufs und größer 50% zwingt zu ersten Triageentscheidungen. Auch darf man nicht vergessen, dass das medizinische Personal mittlerweile die dritte Covid-Saison vor sich hat, aber noch von der letzten Saison ausgebrannt ist. Wer keine Streikwelle in den Krankenhäusern provozieren will, sollte auch darauf Rücksicht nehmen:
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126465/Zahl-der-Neuinfektionen-fast-verdoppelt

  8. #10 hwied
    21. August 2021

    Aufschlussreich von ADE bis Triageentscheidungen.
    Weiter so !

  9. #11 RPGNo1
    21. August 2021

    @Staphylococcus rex

    Vielen Dank für die kluge Einschätzung.

  10. #12 hwied
    21. August 2021

    S. rex
    gut der Hinweis auf Vitamin D und die geschlossenen Räume. Mittlerweile gibt es Raumluftreinigungsgeräte, die mit UV-Licht die Viren abtöten. sollte mehr umworben werden.

  11. #13 Staphylococcus rex
    21. August 2021

    @hwied: Um Missverständnissen vorzubeugen, wir befinden uns nach meiner persönlichen Einschätzung am Beginn des Übergangs von der Epidemie zu einer endemischen Zirkulation (wenn man mal die jahreszeitlichen Sondereffekte außer acht lässt). Aus diesem Grund gehe ich davon aus, dass die folgende Saison von Hygienemaßnahmen und Impfangeboten geprägt sein wird und wesentlich weniger von Verboten und Schließungen.

    Bei den Hygienemaßnahmen sind Masken hoch effektiv gegenüber Tröpfchen und weniger effektiv gegenüber Aerosolen. Deshalb sind in der kalten Jahreszeit Luftreiniger eine perfekte Ergänzung zu Masken. Ich bin auch sehr gespannt, ob in Schulen Luftreiniger nach dem Wegfall der Masken dauerhaft die Infektionen an Influenza, RSV und all den nervigen Kindererkältungen senken können.

    Etwas differenzierter stehe ich zum Thema Vitamin D und Vitamin C. Ein eklatanter Mangel ist ohne Zweifel ein Risikofaktor. Ein Wert im unteren Normbereich ist für mich noch kein Grund für eine exzessive Supplementierung, wie von Vertretern der Alternativmedizin in der öffentlichen Diskussion behauptet und gefordert wird.

  12. #14 zimtspinne
    21. August 2021

    Argh, mich bringt der Vitamin-D-Mumpitz hingegen direkt schon wieder auf die Palme!

    Da ist der Grat verdammt schmal, wo tatsächlich nachweislich ein Nutzen durch Substitution vorliegt und wo einfach nur der Schwurbelhammer aus der Esoterikkiste zuschlägt.

    Mich würde schon mal brennend interessieren, ob es zum Satz von S. rex zum angeblich höheren Risiko für schwere Verläufe im Spätwinter einen Beleg gibt?

    Was ist damit überhaupt genau gemeint:
    Gesunde, jüngere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf oder kranke/schwer vorerkrankte ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf?
    Hö?
    Nicht ihre Vorerkrankungen oder schwere Krankheit oder hohes Alter einhergehend mit schwächerer Immunkompetenz sind verantwortlich für das hohe Risiko, nein, ein Vitamin-D-Mangel rangiert auf gleicher Höhe.

    Es ist ja noch nicht mal geklärt, ob der Vit D Mangel bei dieser Personengruppe nicht viel eher Folge ihrer Erkrankungen ist und nicht Ursache für irgendwelche schwereren Verläufe.
    Da habe ich mich mit gedankenknick schon in die Wolle gekriegt, der eine flächendeckende Substitution der Bevölkerung für angebracht hält, weil alle angeblich mehr oder weniger unter einem Mangel leiden im Spätwinter.
    Und dafür ist nicht mal nötig, regelmäßig den Spiegel zu bestimmen, nö, das weiß der gute Apotheker auch so aus seiner Glaskugel.

    und @ ajki,

    was schreibst du eigentlich an einem schönen Samstag alles wild zusammen?

    COVID-19 ist die Erkrankung und nicht das Virus, und ob ‘dieses Virus in allen seinen Varianten den Körpern und Immunstemen überwiegend bekannt ist inzwischen’, würde ich mal stark bezweifeln!

  13. #15 ajki
    21. August 2021

    #14, Zimtspinne

    Tut mir sehr leid, wenn ich in meiner Unkenntnis über med. Zusammenhänge (zu der ich bereitwillig stehe, da ich keinerlei Fachkompetenz in dem Gebiet habe) einen “wilden” Eindruck erweckt habe (bei Ihnen oder anderen).

    Ansonsten: soweit mir bekannt ist, wird “COVID-19” von einem Erreger verursacht, einem Virus genauer gesagt. Dieser Erreger kann nach meinem Kenntnisstand durch das Immunsystem eines Körpers mehr oder weniger wirkungsvoll bekämpft werden, *WENN* das Immunsystem den Erreger “kennt”. Das kann (nach meinem Kenntnisstandblablub) auf zwei Wegen erreicht werden: einmal durch Infektion und daher/deshalb die Aktivierung der Abwehrkräfte und andererseits durch Impfung. Beide Wege zusammen genommen ergeben derzeit für die allseits geschätzte Bunzreplik irgendwas weit jenseits von mindestens 60% der Wohnbevölkerung im Sinne einer “Bekanntheit” mit den Erregertypen (also inkl. der div. Varianten, wie von den Fachgremien hinsichtlich der Wirksamkeit der Impfstoffe nachdrücklich versichert wird).

    Ist diese einfache Beurteilung der Lage Stand “jetzt” unzutreffend?

  14. #16 hwied
    in seinem Nachmittagssessel
    21. August 2021

    Zimtspinne
    Vitamin D wurde nur genannt um das bessere Immunsystem in der Sommerzeit zu demonstrieren.
    Hier , unter uns , kauft keiner Nahrungsergänzungsmittel in der Hoffnung gesünder zu leben.
    Und ….exzessiv sind Männer nur, wenn sie etwas von einer Frau wollen.

    Dir scheint es wieder gut zu gehen, so angriffslustig, nach deinem Beitrag brauchen wir auch kein Vitamin D, C oder sogar B 12 mehr.

  15. #17 Dieter Kief
    Konstanz
    21. August 2021

    ajki – stimme zu. Die Kreuzimmunität sollte man vielleicht auch erwähnen. Zudem die mit einer Roßnatur, wie oben von Herrn Kuhn schon gesagt. Vermutlich sind die mit einer Kreuzimmunität von einem früheren Kontakt mit Rhinoviren und die mit einer Roßnatur nur schwer zu unterscheiden?

    Ach übrigens: Stuart Ritchie (Science Fictions) sagt, die Wirksamkeit der Vitamin-D Substituton sei nach wie vor nicht bewiesen.

  16. #18 Dieter Kief
    21. August 2021

    Dann kommt noch das dazu:

    https://www.healthline.com/health-news/40-percent-of-people-whove-died-from-covid-19-had-diabetes-researchers-say

    https://www.beckershospitalreview.com/public-health/78-of-covid-19-patients-hospitalized-in-the-us-overweight-or-obese-cdc-finds.html

    Diese beiden Zahlen deuten darauf, dass der allgemeine Gesundheitszustand einer Bevölkerung den Krankheitsverlauf beeinflusst, nedwahr. – Dies dürfte die glimpflichen Verläufe in der Schweiz und in Schweden miterklären?

    • #19 Joseph Kuhn
      21. August 2021

      @ Dieter Kief:

      “Dies dürfte die glimpflichen Verläufe in der Schweiz und in Schweden miterklären?”

      Dass gesundheitlichen Risikofaktoren wie Adipositas oder Vorerkrankungen wie Diabetes schwere Verläufe begünstigen, ist hinlänglich bekannt. Da gibt es nichts mehr hinzudeuten. Aber was erklärt das an der Situation in der Schweiz oder in Schweden und warum sollen dort die Verläufe “glimpflich” sein? In der Schweiz gibt es lt. Worldometers Stand heute 1.254 Tote/1 Mio Ew., in Schweden 1.438. Für Deutschland werden 1.100 angegeben, für Dänemark 441, für Norwegen 148.

    • #21 Joseph Kuhn
      22. August 2021

      @ PDP10:

      Die Schweden diskutieren den Weg ihrer Regierung, wir den Weg unserer Regierung. Bei ihnen lief nicht alles gut, bei uns auch nicht. Meine Meinung dazu hatte ich ja schon mal formuliert: Vielleicht ist es noch zu früh für eine Bilanz, zumal ja noch gar nicht klar ist, wie es in Schweden oder bei uns weitergeht. Wie schnell sich Dinge ändern können, haben wir schon im letzten Sommer gesehen, und, siehe den Blogbeitrag, die Briten machen gerade auch wieder einmal diese Erfahrung.

      • #22 PDP10
        22. August 2021

        Dass ich die die Zusammenfassung bei der FR verlinkt habe, war auch nur als halbwegs mit vernünftigen Daten unterstützter Diskussionsbeitrag gedacht. Nicht als Statement.

        Vielleicht ist es noch zu früh für eine Bilanz, zumal ja noch gar nicht klar ist, wie es in Schweden oder bei uns weitergeht.

        Das vergessen viel zu viele Leute viel zu oft.

        Wir dachten ja alle inzwischen hundertmal, dass wir wissen was kommt. Blöd ist, dass die Sache kompliziert ist und sich das Virus nicht darum schert, was wir glauben, wie es weiter geht.

  17. #23 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    22. August 2021

    @Herr Senf, #3,:

    “… zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli sollen 2.295 der Anwesenden in und um das Stadion höchstwahrscheinlich infektiös gewesen sein. 3404 weitere Menschen sollen sich infiziert haben.”

    Bemerkenswert, dass bei einer Zahl im Bereich zwischen ein und zehntausend die Zahl auf 4 Stellen genau angegeben ist, leider mit einschränkenden “sollen höchstwahrscheinlich/sollen sich infiziert haben”.

    Wie hat man das denn ermittelt? Alle vor dem Stadioneintritt getestet, aber die Tests erst hinterher ausgwertet?

    Woher weiß man, dass sich die 3400, die sich infiziert haben sollen, dort infiziert haben? Hat man bei allen 3400 die Viren sequenziert, ebenso wie bei den schon vorher Infizierten?

    Das würde immer noch offen lassen, dass manch einer mit einem Freund/Partner im Stadion war, und die sich vorher oder nachher angesteckt haben.

    Irgendwie windig.

  18. #25 UMa
    22. August 2021

    Wenn man das ganze nicht noch jahrelang so weiter treiben will, sollte man eine Herdenimmunität bald erreichen. Dazu müsste man die Mehrheit der Ungeimpften anstecken. Selbst bei einer Impfpflicht immer noch die Kinder. Sonst sind das ca. 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung. Und das rasch genug, so lange die Impfung noch gut wirkt und es noch keine noch gefährlichere Variante als die Delta Variante gibt.

    In sofern ist Großbritannien besser dran. Sie haben nicht nur fast alle älteren geimpft, sondern sind auch auf dem Weg, einen guten Teil der Ungeimpften in den nächsten Monaten anzustecken und könnten dadurch tatsächlich eine HerdenImmunität erreichen.

    Nur sind dazu Inzidenzwerte von über 500 über mehrere Monate nötig.

    Der rasche Rückgang dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Menschen wegen der hohen Inzidenz vorsichtiger wurden. So viele haben sich auch in Großbritannien noch nicht angesteckt.

  19. #26 Dieter Kief
    22. August 2021

    UMa – das ist es, was in der Schweiz und in Schweden pasiert sein könnte. Irritierend ist, dass Anders Tegnell sich öfter zurückhaltend gegenüber der Idee der Herdenimmunität geäussert hat. – Vermutlich vermintes Gelände.

    Die aus einer Infektion resultierende Immunität könnte robuster sein als die aus einer Impfung resultierende Immunität. Ein Pluspunkt des britischen Vorgehens, das ich so sehe wie Sie.

  20. #27 RPGNo1
    22. August 2021

    @Dieter Kief

    Die aus einer Infektion resultierende Immunität könnte robuster sein als die aus einer Impfung resultierende Immunität.

    Das scheint bei einer Impfung mit Moderna bzw. BioNTech nicht der Fall zu sein.

    Dass der B-Zellen-Teil des Immunsystems sehr stark und anhaltend auch auf eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gegen Sars-CoV-2 reagiert, zeigt jetzt eine neue, noch nicht vollständig begutachtete Studie bei “nature”, über die die New York Times und der Sender n-tv berichten. Die Autoren des Papers vermuten, dass Menschen mit durchgemachter Infektion und einer Impfdosis von Biontech/Pfizer einen lebenslangen Schutz aufgebaut haben könnten.

    https://www.mdr.de/wissen/dauer-immunitaet-schutz-nach-corona-impfung-und-infektion-auffrischung-100.html

    Eine Auffrischimpfung benötigen laut Studie Menschen, die dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden und ältere mit einem schwachen Immunsystem. Wie lange der Schutz von mRNA-Impfstoffen genau anhält, sei laut der Forschergruppe um Ellebedy schwer vorherzusagen. Ohne Varianten könnte die Immunität theoretisch ein Leben lang andauern. Aber das Virus entwickele sich eindeutig weiter.

    https://www.n-tv.de/panorama/Moderna-und-Biontech-schuetzen-wohl-jahrelang-article22650635.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    Der Satz “das Virus entwickele sich eindeutig weiter” ist in der aktuellen Situation besonders relevant. Eine neue infektiösere Virusvariante kann die Anstrengungen, Herdenimmunität zu erreichen, zwar nicht hinfällig machen, aber gehörig erschweren.

  21. #28 UMa
    22. August 2021

    @Dieter Kief:
    Vergleich der Wirksamkeit von Impfungen mit vorhergehenden Infektionen.

    Eigene Berechnungen aus Daten der Berichte des PHE und RKI, außer *, dort aus im PHE verlinkten Preprint (Stowe et al., 2021).

    Wirksamkeit gegen Infektion mit der Delta Variante, Daten aus England

    Vorhergehende Infektion vor 90-180 Tagen, meist mit Alpha Variante:
    91%

    Vorhergehende Infektion mehr als 180 Tage her, frühere Variante:
    69%

    Impfung 2-fach, über alle Impfstoffe:
    79%

    BioNTech/Pfizer Impfung, 2-fach:
    88% *

    AstraZeneca Impfung, 2-fach:
    67% *

    BioNTech/Pfizer Impfung, 1-fach:
    36% *

    AstraZeneca Impfung, 1-fach:
    30% *

    Daten aus Deutschland
    vollständige Impfung, über alle Impfstoffe:
    87,5%

    Darunter
    Moderna Impfung, 2-fach:
    93%

    BioNTech/Pfizer Impfung, 2-fach:
    90%

    AstraZeneca Impfung, 2-fach:
    85%

    Johnson & Johnson, 1-fach:
    47%

    Eine 2-fach Impfung mit Moderna ist wirksamer als eine vor 90-180 Tagen durchgemachte Infektion gegen die Deltavariante.
    Einfache Impfungen sind einen Infektion mit der Delta-Variante nicht sehr wirksam, schützen aber immerhin vor schweren Verläufen.

    Die Wirksamkeit gegen Hospitalisierung:
    England
    BioNTech/Pfizer Impfung, 2-fach:
    96% *

    AstraZeneca Impfung, 2-fach:
    92% *

    BioNTech/Pfizer Impfung, 1-fach:
    94% *

    AstraZeneca Impfung, 1-fach:
    71% *

    Deutschland
    vollständige Impfung, über alle Impfstoffe:
    97%

    Die Wirksamkeit gegen Todesfälle durch COVID-19:
    England, vollständige Impfung
    über 50 Jährige: 93,6%
    Deutschland, vollständige Impfung
    18-59 Jährige: 99,5%
    60-79 Jährige: 95%
    über 80 Jährige: 88%

    Über die Wirksamkeit einer vorhergehenden Infektion gegen schwere Verläufe oder Todesfälle ist mir nichts bekannt.

    Angesichts der hohen Anzahl schwerer Verläufe von COVID-19 ist eine Impfung einer Immunisierung durch Ansteckung deutlich vorzuziehen. Insbesondere steigt die Anzahl der Mutationen und damit die Geschwindigkeit, mit der neue, noch anstrengendere Varianten entstehen, mit der Anzahl der Infizierten und der Dauer der Pandemie an. Varianten, gegen die weder eine Impfung noch eine vorherige Infektion mit einer anderen Variante einen ausreichenden Schutz bieten.

  22. #29 hto
    23. August 2021

    @Dieter Kief: “Die aus einer Infektion resultierende Immunität könnte robuster sein als die aus einer Impfung resultierende Immunität.”

    Ist es aber vielleicht nicht auch so, daß die “Robustheit” der Ungeimpften erst die neuen/gefährlicheren Virusvarianten produziert, also die Ungeimpften nicht nur dumm sind, weil sie mit jeder neuen Variante auch schwächer werden, sondern vor allem Asoziale sind – Allerdings muss man ihnen noch zugestehen, daß die Profitler noch viel asozialer sind, denn der Großteil der Weltbevölkerung kann wegen der Profitsucht von Impfkampagnen wie bei uns nur träumen!?

  23. #30 hto
    23. August 2021

    Zusammenfassung:
    Ein konsequenter Lockdown, hätte das (noch?) nicht zu sehr ansteckende Virus auch ohne Impfung ausrotten können, wurde aber auch nicht ansatzweise in Kompromissen versucht zu etablieren, weil das System unseres wirtschaftlich-verkommenen “Zusammenlebens” dabei auch in die Gefahr der Ausrottung hätte kommen können – Eine Impfpflicht, die ebenfalls aus Gründen der konsequenten Herangehensweise angezeigt gewesen wäre, wurde bisher aber ebenfalls aus Gründen der Systemrationalität nicht gewagt.

    So eiern wir also in einem Wettbewerb der idiotischen Zeitverschwendung, mit einem sich einzig entwickelnden Virus, in einem Verlauf den man “einen Schrecken ohne Ende” nennen kann, aber letztendlich doch “ein Ende mit Schrecken” sein wird – Das Virus hätte seinen Verlauf gänzlich ohne irgendeine Reaktion von Mensch nehmen können/sollen, es wäre gänzlich entsprechend unserer Konfusion von/zu “Individualbewusstsein” in allen denkbaren …losigkeiten gewesen und hätte Zeit gespart, wenn das Leben denn so weitergehen soll.

    Oder ist das alles doch noch einem unserer Vernunftbegabung entsprechendem (zweiten geistigen Evolutionssprung) … zuträglich?

  24. #31 Dieter Kief
    23. August 2021

    @ UMA – Ihren Post habe ich kopiert – danke!

    Hier ist ein CO-19-Artikel von Philippe Lemoine über T-Zellen als Unterstützer der Antikörper bei der Virusabwehr

    https://cspicenter.org/blog/waronscience/why-covid-19-is-here-to-stay-and-why-you-shouldnt-worry-about-it/

  25. #32 Dieter Kief
    23. August 2021

    @ hto und UMa

    Diesse Studie sagt: Diejenigen, die eine Infektion hinter sich haben sind besser geschützt als Geimpfte:
    https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.19.21262111v1

  26. #33 Stephan
    24. August 2021

    #32
    Ja und?
    Was schlagen Sie vor?

  27. #34 hto
    24. August 2021

    @Dieter Kief #32

    Geh doch auf die Weide, oder in den Zoo, und sag das den Tieren die das Virus jetzt auch in sich tragen. 🙁

    Hat es Dich nie gewundert, dass manche und Kinder immun sind/waren?

    Nach einer bestimmten Symptomatik, hat mir ein Arzt vor vielen Jahren gesagt, dass ich einen geerbten Retrovirus in mir trage, der nur unter bestimmten vermuteten Bedingungen seine Wirkung entfaltet. Inzwischen weiss ich das einige meiner Familie das gleiche erlebt haben – vielleicht hat den aber auch jeder Mensch geerbt.

  28. #35 RPGNo1
    24. August 2021

    @Dieter Kief

    Diesse Studie sagt: Diejenigen, die eine Infektion hinter sich haben sind besser geschützt als Geimpfte

    1) Diese Studie ist ein Pre-print. Es fand noch kein Peer-Review statt, daher sind alle Daten mit Vorsicht zu genießen.

    2) Ihre Aussage ist inkorrekt. Die Schlussfolgerung der Forscher ist nämlich (übersetzt mit DeepL):

    Diese Studie zeigt, dass Personen, die den mRNA-Impfstoff von Pfizer-BioNTech erhalten haben, eine andere Kinetik der Antikörperspiegel aufweisen als Patienten, die mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert waren, mit höheren Anfangswerten, aber einem viel schnelleren exponentiellen Abfall in der ersten Gruppe.

    Eine schneller Abfall des Antikörper-Titers bei mRNA-Geimpften im Vergleich zu Infizierten ist nicht das gleiche wie ein geringerer Schutz, siehe Kommentar #27.

  29. #36 Dieter Kief
    24. August 2021

    # 34 RPGNo1

    Vermindert der schnellere Abfall des Antikörper-Titers beim mRNA-Geimpften den Schutz vor einer Reinfektion?

    Hier steht, dass ja:

    “Aus diesen Ergebnissen leiten die Wissenschaftler ab, dass die Wahrscheinlichkeit für ein positives PCR-Ergebnis zu Beginn der Studie (0 bis 30 Tage) zwar bei Patienten mit positiven Antikörpertitern größer war als bei Patienten mit einem negativen Antikörper-Testergebnis. Danach drehte sich jedoch das Verhältnis um, was zeigt, dass ein guter Antikörpertiter deutlich besserer vor einer Reinfektion schützt, als wenn Antikörper fehlen. Zu der spannenden Frage, wie lange dieser Schutz anhält, konnten die Wissenschaftler allerdings keine Aussagen machen.”

    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/hoher-antikoerpertiter-schuetzt-vor-corona-reinfektion-124043/

    PS
    Die Autoren der von mir in #32 zitierten Studie scheinen ähnlich zu denken.
    PPS
    Dass diese Studie peer-reviewed wäre, habe ich nicht gesagt. Es stimmt aber, dass sie das nicht ist, da haben Sie recht.

    Ihr Hinweis in 27, dass die Immunität nach erfolgter Infektion womöglich lebenslang anhalten könnte, wäre für die Betreffenden wohl erfreulich. Philippe Lemoine, den ich in #31 verlinke, denkt ähnlich und meint, das seien gute Aussichten insbesondere für die nachwachsende Generation.

  30. #37 Ursula
    24. August 2021

    @Dieter Kief
    @ RPGNo1
    Martin Moder hat – wie immer – kurz und knackig auch was dazu geschrieben.
    https://threadreaderapp.com/thread/1429480231560228873.html?fbclid=IwAR3IbqK5mgG-BTvCQqeukaX9JcP31Mar7KVVtoD9kT9xag2hc07JOgJh1_Q

  31. #38 hto
    24. August 2021

    @Kief: “Diesse Studie sagt: Diejenigen, die eine Infektion hinter sich haben sind besser geschützt als Geimpfte:”

    Steht da auch?: Auch gegen jede Mutation …

  32. #39 Joseph Kuhn
    24. August 2021

    CODAG-Bericht 19

    In ihrem aktuellen Bericht hat die Münchner Statistikgruppe sich ebenfalls die Situation in Großbritannien angesehen:
    https://www.covid19.statistik.uni-muenchen.de/pdfs/codag_bericht_19.pdf

  33. #40 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    24. August 2021

    T_online, zitiert nach Hr. Senf:

    “… zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli
    sollen 2.295 der Anwesenden in und um das Stadion höchstwahrscheinlich infektiös gewesen sein.”

    Abstract des Papers:

    This included both individuals who were potentially infectious (3,071) …

    t_online:

    “3404 weitere Menschen sollen sich infiziert haben.”

    abstract:

    … and those
    who acquired their infection during the time of the tournament (6,784).

    Keine weiteren Fragen.

  34. #41 RPGNo1
    25. August 2021

    @Ursula

    Danke!

  35. #42 RPGNo1
    25. August 2021

    mRNA Vaccination Induces Durable Immune Memory to SARS-CoV-2 with Continued Evolution to Variants of Concern

    https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2021.08.23.457229v1

  36. #43 Dieter Kief
    30. August 2021

    Zum Verhältnis natürlicher Immunität zur CO-19 Immunität aufgrund von Impfungen:

    https://brownstone.org/articles/the-world-health-organization-oversold-the-vaccine-and-deprecated-natural-immunity/

    “The results are good news for patients who already successfully battled Covid-19, but show the challenge of relying exclusively on immunizations to move past the pandemic. People given both doses of the Pfizer-BioNTech vaccine were almost six-fold more likely to contract a delta infection and seven-fold more likely to have symptomatic disease than those who recovered.

    # 33 Stephan – na und das schlage ich vor: Dass man die natürliche Immunität nicht schlechtredet. – Und dass man die Impfungen nicht mit falschen Federn schmückt.

  37. #44 RainerO
    30. August 2021

    @ Dieter Kief
    Die zitierte israelische ist ein Pre-Print (eine Unart in letzter Zeit, so etwas vor dem Peer Review der Welt vor die Füße zu werfen) und unterschlägt, dass die Wahrscheinlichkeit für schwere Nebenwirkungen bei einer Infektion um ein Vielfaches höher ist, als nach einer Impfung. Die natürliche Infektion ist keine gute Alternative zur Impfung.
    Und ob Jeffrey Tucker so die allerbeste Quelle in Sachen Meinung zu Covid ist (er bezeichnete social distancing und Masken als eine Unterwerfung unter willkürliche und ignorante Autoritäten), wage ich auch zu bezweifeln.
    Kurze, aber differenzierendere Meldungen dazu gibt es z.B. hier und hier. Aber grundsätzlich: Peer Review abwarten.

    • #45 Joseph Kuhn
      30. August 2021

      @ RainerO:

      “Peer Review abwarten”

      So ist es. Dabei wird man sich u.a. den Gruppenvergleich genau ansehen müssen – bei Daten aus dem Versorgungsalltag auch bei gematchten Daten immer eine potentielle Fehlerquelle. Das gilt insbesondere mit Blick auf die, die ins Krankenhaus mussten. Hier ist der Vorteil der Geimpften interessanterweise geringer, aber immer noch groß (8:1), und man wüsste auch gerne, wie ernst die Verläufe bei den 8 Geimpften waren.

      “unterschlägt, dass die Wahrscheinlichkeit für schwere Nebenwirkungen bei einer Infektion um ein Vielfaches höher ist, als nach einer Impfung”

      Das ist der eigentlich entscheidende Punkt. Selbst wenn sich bestätigen sollte, dass die Immunität nach Infektion wirklich so viel besser ist als nach Impfung, wie die Studie sagt, was ja nicht auszuschließen ist, wäre sie um einen Preis erworben, den man bei keiner Impfung akzeptieren würde, zumindest nicht für die Gesamtbevölkerung und lt. aktueller STIKO-Empfehlung besser auch nicht für Kinder und Jugendliche.

      Mit Blick auf Ungeimpfte, die quasi vor der Wahl stehen, sich impfen zu lassen oder auf die Infektion zu warten, sieht die Sache ohnehin anders aus.

      “Pre-Print … eine Unart”

      Das würde ich so pauschal nicht sagen. Es gilt abzuwägen zwischen dem Nutzen einer schneller Bereitstellung von Daten und dem Nachteil möglicherweise unzureichender kollegialer Prüfung. Je nach Studie unterschiedlich zu bewerten.

  38. #46 RainerO
    30. August 2021

    @ Joseph Kuhn
    Ja, vielleicht war es etwas zu pauschal. Aber gerade im Hinblick auf das, was Impf”skeptiker” aus solchen Pre-Prints gerne machen (siehe #43), ist der Schaden in diesem Fall bereits angerichtet. Jublilierend wedelt man dann mit diesem Paper, egal was der Peer Review und andere Einordnungen durch die Fachwelt dann noch ergeben.
    In den Köpfen der Impf”skeptiker” steckt ab sofort: Eine Studie beweist, dass Ansteckung besser ist als Impfung.

  39. #47 RPGNo1
    30. August 2021

    Wer wissen möchte, wie “gut” für die betroffene Person eine durch eine Krankheit erworbene natürliche Immunität ist, soll einen Blick auf die Masern werden. Sogenannte Masernparties, wie sie von Impfgegnern propagiert werden, haben mehr als genug Schaden angerichtet.

    • #48 Joseph Kuhn
      30. August 2021

      @ RPGNo1:

      Die Frage nach der Dauer und Wirksamkeit einer durch Infektion erworbenen Immunität ist wichtig und sollte nicht mit der ganz anderen Frage, ob die Infektion als Alternative zur Impfung akzeptabel ist, vermischt werden. Letzteres ist lt. aktueller STIKO-Empfehlung zumindest für die Altersgruppe 12+ nicht der Fall.

      @ RainerO:

      Eine Studie ist keine Studie, wobei es in dem Fall nicht nur eine ist, siehe z.B. https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.19.21262111v1
      Der Befund, dass die Infektion selbst einen besseren Immunschutz liefert, ist auch nicht unerwartet. Das numerische Verhältnis ist interessant, wobei sich daraus, siehe oben, natürlich keine Empfehlung für eine „Corona-Party“ ableiten lässt, das wäre ein grober Fehlschluss, mit einem gehörigen Schuss Survivorship-Bias.

  40. #49 RPGNo1
    30. August 2021

    @Joseph Kuhn

    Die Frage nach der Dauer und Wirksamkeit einer durch Infektion erworbenen Immunität ist wichtig und sollte nicht mit der ganz anderen Frage, ob die Infektion als Alternative zur Impfung akzeptabel ist, vermischt werden.

    Meine Antwort #47 bezog sich auf Kommentar #43, der eine Infektion mit Covid-19 als eine akzeptable Alternative zur Impfung darstellt nämlich bezogen auf das folgende Zitat: “People given both doses of the Pfizer-BioNTech vaccine were almost six-fold more likely to contract a delta infection and seven-fold more likely to have symptomatic disease than those who recovered.”

    Der Befund, dass die Infektion selbst einen besseren Immunschutz liefert, ist auch nicht unerwartet.

    Nun sind aber Antikörper aber nur eine Stufe innerhalb des menschlichen Immunschutzes. Es gibt inzwischen peer-reviewte Studien, die eine sehr gute Stimulation der Gedächtniszellen bei mRNA-Impfstoffen nachweisen, die derjenigen nach einer überstandenen Infektion überlegen ist.

    • #50 Joseph Kuhn
      30. August 2021

      @ RPGNo1:

      Ja, Antikörper sind nur ein Baustein der Immunität und es gibt Studien, die zeigen, dass BioNTech die humorale wie die zellvermittelte Immunität gut stimuliert.

      Auf den Vergleich von Antikörpern stützt sich aber nur die Studie, die ich im Kommentar an RainerO wegen des Punkts „eine Studie“ verlinkt hatte. Die von Herrn Kief über die Seite des libertären Brownstone-Instituts verlinkte Studie von Gazit et al. (https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.24.21262415v1) hatte dagegen ein klinisches Outcome: Infektionen bzw. schwere Verläufe.

      Man sollte solche Studien ernstnehmen. Aber wie gesagt, auch wenn sich der Befund bestätigt, ist das nicht so richtig überraschend. Wie sich das dann zu immunologischen Studien verhält, mögen Fachleute bewerten. Mir geht es nur darum, dass man daraus keine „Infektionsempfehlung“ ableiten darf, das wäre eine schwere Fehlinterpretation.

  41. #51 RPGNo1
    30. August 2021

    @Joseph Kuhn

    Mir geht es nur darum, dass man daraus keine „Infektionsempfehlung“ ableiten darf, das wäre eine schwere Fehlinterpretation.

    Dem stimme ich vorbehaltlos zu.

  42. #52 RainerO
    30. August 2021

    Ja, Antikörper sind nur ein Baustein der Immunität…

    A propos Antikörper: Eine neue Studie (volles Peer Review, btw) stellt fest, dass ca. 20% der Genesenen keine Antikörper bilden. Dank der anderen Teile der Immunabwehr erkranken sie zwar nur sehr selten erneut, aber das Virus können sie fleißig weiter replizieren.
    Das könnte auch ein (wenn nicht sogar der) Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens sein.

    • #53 Joseph Kuhn
      30. August 2021

      @ RainerO:

      “Das könnte …”

      Wildes Spekulieren ist die hohe Kunst der Querdenker, man sollte das nicht nachahmen.

  43. #54 RainerO
    30. August 2021

    @ Joseph Kuhn
    Diese “wilde Spekulation” ist nicht von mir, sondern von einem Mitautor dieser Studie.

    • #55 Joseph Kuhn
      31. August 2021

      … auch Studienautoren sollten nicht wild spekulieren 😉

  44. #56 PDP10
    31. August 2021

    Wildes Spekulieren […]

    Zumal die Spekulatius zwar schon nächste Woche wieder in den Supermärkten auftauchen werden. Aber die sind nicht Wild sondern in domestizierter Form in der Verpackung zu kaufen … aber bis Weihnachten isses trotzdem noch ein bisschen hin. ( 😉 )

    Abgesehen davon .. ich weiß nicht. Mir scheint, das ganze ist auch nicht ganz schlüssig.

    Die Gruppe der Genesenen (Ich benutze als Beispiel die Zahlen aus Deutschland, die man bei der Zeit hier findet) ist inzwischen um mehr als eine Größenordnung kleiner, als die der vollständig Geimpften und um eine Größenordnung kleiner als die der bisher Ungeimpften. Nimmt man von der Gruppe der Genesenen nochmal nur 20% ist das fast noch eine Größenordnung weniger als die der Ungeimpften. Macht schon auf letztere bezogen fast zwei Größenordnungen.

    Insbesondere ist die Inzidenz vor allem bei jungen, ungeimpften Menschen besonders hoch (Beispiel Quelle).

    Nee, das (#52) …

    Das könnte auch ein (wenn nicht sogar der) Treiber des aktuellen Infektionsgeschehens sein.

    … kommt meiner Meinung nach nicht hin. Besonders der Teil in der Klammer nicht.

    Ja, ich weiß, das sind alles Heuristiken und ich weiß auch, dass das alles sehr nicht-linear ist. Ich lasse mich gerne korrigieren, wenn diese Abschätzungen total falsch liegen.

  45. #57 RPGNo1
    31. August 2021

    @RainerO

    Während der ersten Coronawelle 2020 in Brasilien hatte sich ein erheblicher Anteil der Bevölkerung in Manaus infiziert. Mit der nächsten Welle infizierten sich viele der Genese erneut, was selbst viele Fachleute überraschte.

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/121804/SARS-CoV-2-Rasche-Ausbreitung-in-Manaus-deutet-auf-hohe-Aggressivitaet-der-Linie-P-1-hin

    Die Mutante P.1 hat wohl die Hauptrolle an diesem Geschehen. Aber vielleicht spielen auch die Erkenntnisse aus der von dir verlinkten Studie eine zusätzliche infektionstreibende Rolle.

    Disclaimer: Das ist jetzt nur eine Spekulation meinerseits.