Christoph Tenzer hat die Challenge von Armin Krauß gelöst. Damit ist er der neue Träger des Friedman-Rings.

English version (translated with DeepL)

Wer das aktuelle Krypto-Rätsel als erstes löst, erstellt das nächste. Nach diesem einfachen Prinzip funktioniert der Friedman-Ring. Dabei handelt es sich um ein Spiel, das nach den Kryptologen William und Elizebeth Friedman benannt ist.

Inzwischen ist die dritte Runde des Spiels beendet. Das Rätsel kam von Armin Krauß, Christoph Tenzer hat es als erster gelöst. Er ist damit der neue Träger des Friedman-Rings. Herzlichen Glückwunsch!

Quelle/Source: Tenzer

 

Armin Krauß’ Kryptogramm

Das von Armin Krauß erstellte Rätsel sah so aus:

Quelle/Source: Krauß

Insgesamt 109 Buchstaben sind hier kreisförmig angeordnet. Einige der Buchstaben sehen aus wie Zahlen, doch es erschien wahrscheinlicher, dass die “3” eigentlich ein “B” ist und die “2” ein “Z”. Unter dieser Annahme kommen alle 26 Buchstaben des Alphabets vor.

Am oberen Ende des Kreises ist zwischen 3 und X ein kleiner Punkt zu sehen. Magnus Ekhall ging davon aus, dass dieser Punkt den Anfang markierte und erstellte folgende Transkription:

XMFYNGKMXTWNHNHJFVLTFZIHUWWAUXKYFKMXF
BACXVQLHKFJOOSQDAJVEQYYFXFRTPALKISJGK
NUSMHKVGCBNKXOTIKLCZEVEUYBWIFXPJBZB

Michael BGNC fiel auf, dass das K unten links auf dem Kreis leicht erhöht ist.

Quelle/Source: Krauß

Hias kam auf die Idee, dass die Zahl Pi eine Rolle spielt. Zieht man die ersten 109 Nachkomma-Stellen von PI (14159…) vom obigen Geheimtext ab, dann erhält man, wie Gerd herausfand, folgendes:

WIETEEEHUOOEAEEHCNHNDTEEROTYNOFYDC
ETESTBRMNCYHYENONIBAAOAHUUAODOTISKE
ESDECHSSEYBNAATNHTGRDHHAYDOEORSOGE
THJTTW

Gerd lieferte dann gleich noch folgende Häufigkeitsanalyse:

Quelle/Source: Gerd

Man erkennt nun, dass die Buchstaben-Häufigkeiten denen eines englischen Texts entsprechen. Die Vermutung lag nahe, dass Armin an dieser Stelle einen Transpositions-Chiffre verwendet hatte. Mit anderen Worten: Man musste die Buchstaben nun noch in die richtige Reihenfolge bringen.

Christoph Tenzer probierte dies, indem er die 109 Buchstaben mit bekannten Zitaten verglich. Da Armins Geheimtext um ein Bild des Mondes geschrieben ist, prüfte Christoph insbesondere solche Zitate, die etwas mit dem Mond zu tun hatten. Und siehe da, das folgende Zitat von John F. Kennedy passte:

We choose to go to the Moon in this decade and do the other things not because they are easy but because they are hard John F Kennedy.

Zwar blieben zwei Y und ein W übrig, doch diese ließen sich als Füllbuchstaben erklären. Ansonsten stimmten die Buchstaben genau überein.

Armin bestätigte, dass die Lösung stimmte. Christoph hatte das Rätsel also gelöst, ohne das Verschlüsselungsverfahren vollständig nachvollzogen zu haben.

Die letzte Lücke schloss schließlich Hias. Er fand heraus, dass man die 109 Buchstaben in folgender Reihenfolge lesen muss:

  • 1. Buchstabe = Position 1
  • 2. Buchstabe = Position 1×69 = 69
  • 3. Buchstabe = Position 69×69 = 4761 ( =Position 74)
  • 4. Buchstabe = Position 74×69 =5106 ( =Position 92)
  • 5 Buchstabe = Position 92×69 = 6348 ( =Position 26)
  • 6. Buchstabe = Position 26×69 =1794 ( =Position 50)
  • usw.

Das erhöhte K der 69. Buchstabe des Kryptogramms. Dies ist ein Hinweis, den Armin in das Rätsel eingebaut hat.

 

Gratulation und Dank

Ich bin einmal mehr begeistert von dem, was meine Blog-Leser geleistet haben. Insgesamt 116 Kommentare wurden inzwischen unter dem Artikel über Armins Friedman-Ring-Challenge veröffentlicht. Neben den bereits genannten Personen haben auch TWO, Thomas Bosbach, Martin, Karo, YeS, George Lasry, Richard SantaColoma, Ranthoron und and Tony Patti mit ihren Kommentaren zur Lösung beigetragen. Schade, dass ich den Friedman-Ring nur einmal verleihen kann.

Christoph Tenzer ist also der neue Träger des Friedman-Rings. Die Infrastruktur zu diesem Preis ist noch im Aufbau. Inzwischen gibt es immerhin eine Webseite dazu, die sicherlich noch ausführlicher werden wird.

Das nächste Rätsel wird, so hoffe ich, von Christoph Tenzer kommen. Allerdings werde ich noch etwas warten, bevor die nächste Runde gestartet wird, denn die Sache soll sich ja nicht totlaufen.

An dieser Stelle noch einmal besten Dank an alle Beteiligten.


Further reading: Christoph’s Chaotic Caesar Challenge

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Kommentare (6)

  1. #1 YeS
    12. August 2021

    It was hias who proposed the Pi connection idea first, not Thomas. See comment #24 under the challenge post.

  2. #2 Klaus Schmeh
    13. August 2021

    Tony Patti via Linked-in:
    Klaus Schmeh, thank you for posting this cryptanalytic challenge, the result is both wonderful and impressive!

  3. #3 Klaus Schmeh
    13. August 2021

    @YeS: Thanks, I corrected it.

  4. #4 hias
    13. August 2021

    Danke für die Blumen, doch ich sehe die Lösung als Teamwork, wobei es schön ist Teil dieses Teams zu sein.
    Respekt an Armin für dieses schöne Rätsel und natürlich herzlichen Glückwunsch an Christoph zum verdienten Sieg.

  5. #5 Narga
    20. August 2021

    Vielen Dank für die Glückwünsche hier und unter dem Rätsel! Ich sehe die Leserschaft hier auch eher als ein großes (ziemlich gutes) Team, das gemeinsam an Lösungen arbeitet.

    Ich habe meine Idee für die nächste Challenge an Klaus geschickt, kann aber den Schwierigkeitsgrad noch nicht so richtig einschätzen. In sofern weiß ich jetzt erst die wahre Leistung bei der Erstellung der bisherigen Challenges zu würdigen. Ich hoffe, es wird nicht zu leicht 🙂

  6. #6 Alexander
    3. September 2021

    In der Buchstabenfolge findet sich rechts unten JFK